• 27.02.2012, 17:00:02
  • /
  • OTS0228 OTW0228

"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Schwarze Schwärzer"

Der Korruptions-Ausschuss muss alles sehen dürfen. Außer total private Daten.

Wien (OTS) - Am Anfang stand der gute Vorsatz: Alle Ministerien
werden diesmal dem Parlament alle angeforderten Akten ungeschwärzt
aushändigen. Ausgerechnet die heiß begehrte Steuerakte des schwarzen
Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly wurde seitenweise praktisch
unleserlich angeliefert. Das Büro der VP-Finanzministerin sagt, das
lokale Finanzamt habe die Akte vorab geschwärzt - eine Technik, die
spätestens seit dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss unter
Generalverdacht der Vertuschung steht. Mensdorff ist als
Millionendrehscheibe Richtung ÖVP im Visier des
Korruptionsausschusses.
Gegen ungefilterte Akten in Abgeordnetenhänden gibt es nur einen
stichhaltigen Einwand: Private Daten, die mit den inkriminierten
Geschäften nichts tun haben, gehen niemanden etwas an. Die einzig
richtige Konsequenz daraus: Alle Akten sind blütenweiß anzuliefern -
ohne Vorzensur durch weisungsabhängige Beamte. Im Parlament befindet
der Verfahrensanwalt des U-Ausschusses, Klaus Hoffmann, ob und
allenfalls was allein zum Schutz der Privatsphäre zu schwärzen ist.
Hoffmann genießt als Ex-Rechtsanwaltskammerchef das Vertrauen des
gesamten Ausschusses. Dem akribischen Juristen ist zuzutrauen, dass
er es weiterhin dabei belassen will.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel