- 24.02.2012, 08:32:27
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Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA): Sozialer Ausschluss Jugendlicher ist eine Gefahr fürs gesellschaftliche Zusammenleben
"Präventive Maßnahmen" statt Desintegration
Wien (OTS) - In der medialen Diskussion rund um die alarmierenden
Resultate der Linzer Jugendstudie "Junge Menschen ohne
(Berufs-)Ausbildung" stand bisher vor allem das Thema "Strafe fürs
Schule schwänzen" im Vordergrund.
"Vor dem Hintergrund, dass sich 75000 Jugendliche zwischen 16 und
24 außerhalb des Ausbildungs- und Erwerbssystems befinden, sollte der
Fokus vielmehr auf der Schaffung bedürfnisorientierter und
nachhaltiger Angebote liegen", kommentiert Sabine Liebentritt, die
Geschäftsführerin des Bundesweiten Netzwerkes Offene Jugendarbeit
(bOJA) die Debatte. "Zudem vermissen wir eine konstruktive Diskussion
unter dem Blickwinkel, dass junge Menschen ganz einfach ein Recht auf
Bildung haben und stellen die Frage, wie die Gesellschaft junge
Menschen dazu befähigen kann, von diesem Grundrecht gerne Gebrauch zu
machen bzw. wie die Rahmenbedingungen anders gestaltet sein müssten"
so Liebentritt weiter.
Besonders von sozialem Ausschluss betroffen sind junge Frauen
(8,9%) und junge MigrantInnen der ersten Generation (18,5%). "Die
Unterschiede zu Jugendlichen ohne Migrationshintergrund sind
besorgniserregend. Aber auch die Tatsache, dass 6,5 bzw. 5,9 Prozent
der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund zu dieser Gruppe zählen,
sollte ebenfalls Anlass für entsprechende Gegenmaßnahmen sein",
kommentieren die Studien-Autoren Prof. Bacher (Universität Linz) und
MMag. Tamesberger (AK Oberösterreich) und rufen zu "präventiven
Maßnahmen aber auch Interventionen" auf.
Bedürfnisorientierte Angebote fördern
Damit sind keine Strafzahlungen gemeint, sondern spezielle
Angebote, "die besser auf die Bedürfnisse junger Menschen abgestimmt
sind." Dazu zählt neben der Erhöhung von Chancengleichheit im
Schulsystem vor allem die verbesserte Nutzung der Möglichkeiten, die
die Offene Jugendarbeit bietet.
Generell findet Offene Jugendarbeit in Jugendzentren,
Jugendtreffs, Jugendcafés und anderen räumlichen Gegebenheiten und
"Lebensräumen" junger Menschen, also auch im öffentlichen Raum statt.
Sie bietet jungen Menschen die Möglichkeit fachlich fundierte, auf
ihren aktuellen Bedarf abgestimmte, Angebote zu den für sie
relevanten Themenbereichen in Anspruch zu nehmen. "Durch den
niederschwelligen Zugang und die Bedarfsorientierung werden mit den
Angeboten der Offenen Jugendarbeit eben auch jene Jugendlichen
erreicht, die sich außerhalb des Schul- und Erwerbssystems befinden",
betont Liebentritt.
Dazu spielen Diversität und interkulturelles Arbeiten als
Arbeitsprinzipien eine bedeutende Rolle in der Offenen Jugendarbeit.
Damit reagiert dieses Handlungsfeld Tag für Tag auf soziale
Ausgrenzung und Desintegration.
Der Forderung der Studienautoren nach einer Erhöhung der
finanziellen Mittel für außerschulische Jugendarbeit schließt sich
bOJA an und erläutert weiter: "Wie die aktuellen Zahlen zeigen, ist
es jetzt und in Zukunft außerordentlich wichtig in die Angebote der
Offenen Jugendarbeit zu investieren und diese weiter auszubauen.
Einsparungen wären an dieser Stelle ein fataler Fehler, der
schwerwiegende Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben
würde."
Über bOJA
bOJA ist das Bundesweite Netzwerk für Offene Jugendarbeit, dient
als Plattform für Wissens- und Informationsaustausch und vernetzt
Menschen, Ideen, Projekte, Einrichtungen - national und
international. bOJA unterstützt das Erwachsen werden für Jugendliche
in Österreich, indem es mit seinen Partnern im Handlungsfeld der
Offenen Jugendarbeit (soziale Einrichtungen, Wirtschaft, Verwaltung,
Bildungswesen, etc.) zusammenarbeitet und als Sprachrohr und
Interessensvertreter für die Bedürfnisse von Jugendlichen aus der
Offenen Jugendarbeit agiert. bOJA hat sich zur Aufgabe gesetzt, die
Qualitätsstandards in der Offenen Jugendarbeit voranzutreiben und das
Bewusstsein für die Bedeutung von Offener Jugendarbeit zu heben.
Geschäftsführerin von bOJA ist Mag.a Sabine Liebentritt. bOJA wird
gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend.
Rückfragehinweis:
bOJA - Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit Mag.a Sabine Liebentritt, GF c/o Lilienbrunngasse 18/2/47 1020 Wien, Österreich Mail: [email protected] Tel: 0660 7315 237
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