- 23.02.2012, 17:00:34
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"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Politisches Fastengebot"
Nicht im Nationalrat, in den Landtagen sollte eingespart werden.
Wien (OTS) - Sie streiten, hören einander nicht zu, rufen Rednern
dazwischen, lesen Zeitung, lümmeln im Sessel, telefonieren - oder
sind erst gar nicht im Saal. Das ist nicht nur das TV-Bild, das
Bürger von ihren Volksvertretern haben. Gestern, bei der
Sondersitzung zum Sparpaket, wurde es ihnen wieder vor Augen geführt.
Kein Wunder, dass sie angesichts solcher Szenen meinen,
Nationalratsabgeordnete bekommen viel für wenig Arbeit. Und dass ein
Gutteil von ihnen entbehrlich ist. Verborgen bleibt den meisten
Wählern, was Parlamentarier, die ihren Job ernst nehmen, fernab der
Fernseh-Kameras tun. Sie sitzen stundenlang in Ausschüssen, behandeln
Gesetzesmaterien, feilen an Kleinem mit großer Wirkung. Sie studieren
EU-Vorgaben, kontrollieren die Regierung, etwa durch Anfragen an
Minister. Sie sind in ihrem Wahlkreis unterwegs, wo sie - vor allem
auf dem Land - auch als Ombudsleute agieren. All das fordert
inhaltlich und zeitlich; das Gros der Mandatare hat ja auch einen
Zivilberuf.
Beim Nationalrat personell hineinzuschneiden, kommt beim Boulevard
gut an. Dabei gäbe es lohnendere Gremien. Nach wie vor leistet sich
Österreich 448 Landtagsabgeordnete, die wenig zu tun und zu sagen
haben. Da wäre Verzicht ohne Qualitätsverlust möglich.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at
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