11.000 Junge in OÖ ohne Job und Ausbildung: Experten fordern Ausbau der Ganztagschulen
Klubvorsitzende Jahn: "Schulbildung ist entscheidend für das Arbeitsleben"
Linz (OTS) - Die Diskussion über strengere Strafen für
Schulschwänzen greift zu kurz: Auch die ExpertInnen der Universität
Linz und der OECD sind sich einig, dass ein umfassendes Angebot an
Ganztagsschulen und die gemeinsame Schule für 10-14-Jährige die
wesentlichen Schritte hin zu mehr Chancengleichheit sind. "In
Oberösterreich gibt es zu wenig Ganztagsschulangebote, was mit eine
Ursache dafür ist, dass sich 11.000 OberösterreicherInnen im Alter
zwischen 16 und 24 Jahren weder in Beschäftigung noch in Ausbildung
befinden. Der Ausbau der Ganztagsschulen muss daher ins Zentrum der
oberösterreichischen Bildungspolitik rücken", so SPÖ-Klubvorsitzende
Mag.a Gertraud Jahn. Studienautor Professor Bacher von der
Universität Linz legt zudem dar, dass gerade Hauptschulen nur zu 12
Prozent Nachmittagsbetreuung anbieten, während ganztägige Betreuung
in zwei Drittel der Gymnasien zum Standard gehört.
In Österreich werden Bildungslaufbahnen immer noch stark vom sozialen
Hintergrund bestimmt, was vor allem mit der Trennung zwischen
Gymnasien und Hauptschulen sowie den Privatschulen zusammenhängt.
"Menschen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten können oft kein
Schulgeld bezahlen und auch die Kosten für Nachhilfe stellen viele
vor Probleme. Deshalb ist es wesentlich, dass etwa Lernstunden oder
Nachhilfe direkt in den Schulen angeboten werden - wie das
beispielsweise bei verschränkten Ganztagsschulen der Fall ist. Auch
pädagogisch-didaktisch ist durch die Abwechslung von Unterricht,
Freizeit, Lernphasen und Bewegung nachweislich ein besserer
Lernerfolg zu erzielen", argumentiert Jahn.
Eine Modellschule sei etwa die Volksschule Perg, die als verschränkte
Ganztagsschule geführt wird und wahlweise als Ganztags- oder
Halbtagsschule besucht werden kann. "Wenn das Angebot da ist, dann
nimmt es die Bevölkerung auch gerne an - wie in Perg sichtbar. Bei
den laufenden Bildungsreformen kommt es daher darauf an, dass diese
den Menschen in Oberösterreich positiv vermittelt werden, weil
Vertrauen gerade im Bildungsbereich unverzichtbar ist. Schließlich
will jede Mutter und jeder Vater, dass das eigene Kind die
bestmögliche Schulbildung erhält."
Vorausschauend hat die SPÖ bereits im Sommer 2011 einen
Initiativantrag für ganztagstaugliche Schulbauten in Oberösterreich
eingebracht, der aktuell noch in den Landtagsgremien beraten wird.
"Ohne ideologische Scheuklappen in die Zukunft blicken heißt die
Devise, um den oberösterreichischen Bildungsbereich konstruktiv
weiterentwickeln zu können. Denn die Neue Mittelschulen sind ein
wesentlicher Schritt, aber noch nicht das Ende der großen
Bildungsreform", schließt Jahn.
Vorherige Aussendung
Steßl-Mühlbacher: Südoststeiermark braucht Bezirksgericht
SPÖ-Parlamentsklub | 23. Feb. 2012, 10:12
Mag. Andreas Ortner
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