- 23.02.2012, 10:00:35
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Brennpunkt Bildgebung: Molekulare Bildgebung eröffnet neue Perspektiven in der klinischen Diagnostik
Wien (OTS) - 23. Februar 2012.
Die molekulare Bildgebung hat sich die Darstellung von Prozessen im
lebenden Organismus zur Aufgabe gemacht, unter anderem mit speziell
entwickelten Kontrastmitteln für MRT, nuklearmedizinische Bildgebung
und optische Bildgebung. Die Stärke der molekularen Bildgebung liegt
in der Integration von sowohl biochemischen und physiologischen
Informationen, als auch der anatomischen Korrelation aus
konventionellen Bildgebungstechniken.
Bedeutende Rolle neuer Technologien für Diagnose und Therapie
Die medizinische Bildgebung hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine
rasante technologische Entwicklung erlebt und spielt eine zentrale
Rolle in der klinischen Diagnostik. Im klinischen Alltag werden die
meisten Fragestellungen durch konventionelle morphologische
Bildgebungstechniken wie Ultraschall (US), Computertomographie (CT)
oder Magnetresonanztomographie (MRT) beantwortet. Gerade diese
Bildgebungstechniken haben enorme Fortschritte mit immer rascher
wachsender räumlicher Auflösung und schnelleren Akquisitionszeiten
gemacht.
"Es wurde aber auch klar, dass nicht alleine die räumliche Auflösung
entscheidend ist, sondern dass die Darstellung und Quantifizierung
von biologischen und physiologischen Prozessen auf zellulärer und
molekularer Ebene unter Verwendung von nuklearmedizinischen,
magnetresonanztomographischen und optischen Technologien großen
Einfluss auf das Verständnis der Krankheitsentstehung hat. Dadurch
kommt ihr auch eine bedeutende Aufgabe bei früherer Diagnose und
Therapie zu", so Priv.Doz. Dr. Peter Brader von der Abteilung für
molekulare Bildgebung an der Universitätsklinik Wien.
Die molekulare Bildgebung wird eine zunehmend wichtigere Rolle in der
Zukunft spielen, nicht nur im Rahmen der Grundlagenforschung, sondern
auch in der klinischen Diagnostik, der früheren Krankheitserkennung,
der genaueren Therapieplanung und in einem besseren
Therapiemonitoring. Sie erlaubt eine genauere Lokalisation einer
Erkrankung oder einer Läsion, und bietet auch Einblicke in die
Expression und Aktivität von spezifischen Molekülen (Proteasen,
Kinasen) und biologischen Prozessen (Apoptose, Angiogenese und
Metastasierung) sowie in das Verhalten von Krankheiten auf die
angewandte Therapie.
Fortschritte in der Früherkennung durch molekulare Bildgebung
Die Früherkennung von Krankheiten in heilbaren Stadien, wie das
Feststellen von Tumoren in frühesten Stadien, die bisher erst of
erkannt wurden, wenn der Tumor in der konventionellen morphologischen
Bildgebung einen cm oder mehr maß, wird nun auf Grundlage von
molekularen und physiologischen Veränderungen auf zellulärer oder
genetischer Ebene deutlich erleichtert werden.
Die 5-Jahres-Überlebensraten von PatientInnen mit einer
Krebserkrankung in einem frühen Stadium liegen bei über 90 %. Wenn
man solche Läsionen noch früher erkennt, sind diese Krankheiten
heilbar.
Die molekulare Bildgebung wird es ermöglichen nicht nur die
Lokalisation einer Erkrankung im Körper mit Hilfe von Hybridgeräten
(PET-CT, PET-MR, FMT-CT) exakt zu bestimmen, sondern darüber hinaus
auch die Expression und Aktivität von spezifischen Molekülen und
biologischen Prozessen exakt darzustellen. Das wiederum eröffnet die
Möglichkeiten hin zu einer individualisierten personalisierten
Therapie.
Kostengünstigere Medikamentenentwicklung
Eine ebenso wichtige Rolle nimmt die molekulare Bildgebung im Rahmen
der Grundlagen- und in der präklinischen Forschung ein, und sie kann
somit zu einer effektiveren und auch kostengünstigeren
Medikamentenentwicklung beitragen. Derzeit dauert die Entwicklung von
neuen Medikamenten und Therapien zu lange und ist auch
kostenintensiv.
"Die Implikation für die Radiologie wie fast für die gesamte Medizin
ist vermehrt auf einer molekularen Ebene zu denken. Obwohl viele
Verfahren der molekularen Bildgebung noch in präklinischen oder
frühen klinischen Phasen sind, wird die Radiologie sehr stark davon
profitieren. Auch wenn die Herausforderungen, vor denen die
molekulare Bildgebung steht, noch bedeutend sind, sind ihre Chancen
enorm, da sie das Potential besitzt, die klinische Bildgebung zu
revolutionieren. Sie wird hinkünftig ein wesentlicher Bestandteil der
Radiologie sein", sieht Dr. Brader die Zukunft der Radiologie stark
mit der molekularen Bildgebung verknüpft.
Ab 1. März tagen in Wien über 20.000 Radiologen
Beim 24. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of
Radiology/ECR) vom 1. bis 5. März 2012 im Austria Center in Wien
werden auch heuer wieder Spezialisten aus dem Bereich der
medizinischen Bildgebung ihr Fachwissen auf den verschiedensten
Gebieten austauschen, und die neuesten Erkenntnisse der Forschung
präsentieren.
Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für
Radiologie (European Society of Radiology/ESR), welche weltweit über
56.000 Radiologen vertritt. Mit mehr als 20.000 Teilnehmern aus der
ganzen Welt ist der ECR einer der größten medizinischen Kongresse
weltweit; zusätzlich bietet er die größte Industrieausstellung in
Europa, bei der auf über 26.000 m2 rund 300 internationale Firmen die
neuesten Produkte der Medizintechnik anbieten.
Bildmaterial unter www.myESR.org/press
Rückfragehinweis:
Julia Patuzzi, David Zizka
Press Office - European Society of Radiology
Neutorgasse 9, 1010 Wien
Tel.: +43-1-533 40 64-545 | Fax: +43-1-533 40 64-441
[email protected] | www.myESR.org/press
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