Stichworte: Jugend, Lebensstil, Pressestimmen, Rauchen, Trinken Channel: Politik
OTS0195   22. Feb. 2012, 17:00

"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Tschick-Weltmeister"

Die Jugend raucht und säuft weniger, bleibt aber dennoch international "spitze".


Gelegenheit macht Diebe - und Raucher. Das (wenn auch
nur halbherzige) Rauchergesetz hat die Möglichkeit zum Paffen
eingeschränkt. Und siehe da: Die Zahl junger Raucher ist gesunken,
wie eine neue Studie zeigt (siehe Seite 21). Wirklich Grund zu Jubel
gibt es aber nicht. Denn im internationalen Vergleich liegen
Österreichs Jugendliche beim Rauchen und Trinken weiterhin im
Spitzenfeld. Saufen bis zur Besinnungslosigkeit zählt sogar bei
Jungen, die eigentlich noch Kinder sind, zur Samstagabend-Routine.
Und alle schauen weg.
Möglicherweise wird der Grundstein dafür schon früh gelegt: Schon
bei winzigster Unpässlichkeit bekommen Babys die süße Nuckelflasche.
Bei Jugendlichen, das zeigt die Studie, ist der Konsum zuckerhaltiger
Getränke ebenfalls gestiegen. Am Vormittag wird Limonade genuckelt,
am Abend betäubt man sich mit Wodka-Red-Bull. Und weil alle rauchen,
wird mitgepofelt, speziell in ärmeren Schichten. Mit Folgen: Die
Lebenserwartung ist eng mit dem Lebensstil verknüpft. Gebildete leben
länger. Ungesunder Lebensstil ist somit auch ein Sozialproblem. Dem
muss mit Gesundheitsförderung und coolen Bewegungsprogrammen begegnet
werden. Schulstunden streichen beim Turnunterricht ist hingegen
kontraproduktiv.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0195 2012-02-22 17:00 221700 Feb 12 PKU0001 0192




Rückfragehinweis: KURIER,
Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

Aussendungen von Kurier abonnieren: als RSS-Feed per Mail

Geokoordinaten: