- 22.02.2012, 14:07:45
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VP-Leeb: Systematischer Missbrauch in Wiener Heimen bestätigt
Wien (OTS) - Als bestürzend und zutiefst beschämend bezeichnete
heute die Abgeordnete der ÖVP Wien Isabella Leeb den Bericht des
Kinderpsychiaters Ernst Berger im Ö1 Morgenjournal über den
systematischen Sadismus, der in Wiener Heimen bis weit in die 90er an
den der Stadt Wien anvertrauten Kindern betrieben wurde. "Man hätte
es wissen können, wenn man nur gewollt hätte - denn bereits der
Bericht der späteren SPÖ-Abgeordneten Irmtraut Karlsson Mitte der
70er Jahre zeigte, dass in Wiens Kinderheimen nicht alles mit rechten
Dingen zuging. Der Bericht durfte damals, wie bereits bekannt, auf
Betreiben der SPÖ nur zensuriert veröffentlicht werden. Man soll aber
bitte ja nicht glauben, dass dies alles heute nicht mehr möglich ist
- auch wenn es heute keine Großheime mehr gibt, sondern
Wohngemeinschaften, die von Erzieherteams geleitet werden. Die Wiener
Jugendwohlfahrt leidet nach wie vor, wie mehrfach von Seiten der
Volksanwaltschaft bestätigt, an einem eklatanten Mangel an Personal
und finanziellen Mitteln. Dabei sind unzureichende finanzielle und
personelle Ausstattung möglicherweise der Nährboden für die Skandale
von morgen, die dann auch wieder, vielleicht Jahrzehnte zu spät, an
die Öffentlichkeit gelangen. Hier gilt es nach dem Bekanntwerden der
Missbrauchsfälle ein wachsames Auge darauf zu haben, dass die zu
betreuenden Kinder nunmehr das bestmögliche Umfeld vorfinden. Wir
werden Stadtrat Oxonitsch hier nicht aus der Verantwortung lassen",
so Leeb.
Persönlich betroffen mache sie aber, dass es die Stadt Wien bis dato
nicht der Mühe wert gefunden habe, sich aufrichtig und ehrlich bei
allen Betroffenen zu entschuldigen. Auch bei jenen, die sich noch
nicht gemeldet haben und dies vielleicht aus verständlichen Gründen
nie tun werden. "Die Einrichtung von Kommissionen und Ombudsstellen
ist eine notwendige Maßnahme. Viel wichtiger aber wäre es Courage zu
zeigen und um Verzeihung zu bitten. Das ist ein Gebot des Anstandes.
Die derzeit politisch Verantwortlichen sind aufgefordert, im Namen
der Stadt Wien aufrichtig und ehrlich bei allen Opfern um Verzeihung
zu bitten. Sonst verkommen die Aktivitäten der Stadt in diesem
Zusammenhang zu einer reinen PR-Aktion", so Leeb abschließend.
Rückfragehinweis:
ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: T: (+43-1) 4000/81 913, F:(+43-1)4000/99 819 60
mailto:[email protected]
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