• 22.02.2012, 13:04:48
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Huainigg am Aschermittwoch: "Triple B" für behinderte Menschen!

Barrierefreiheit, Beschäftigung und selbst bestimmtes Leben sollen frischen Wind in die Politik bringen

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Wir behinderte Menschen brauchen nicht das
Triple A: Armes Hascherl, Ausgesondert, Arbeitslos -, sondern das
Triple B: barrierefrei, beschäftigt und selbst-bestimmt", plädiert
der ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen Abg. Dr. Franz-Joseph
Huainigg in seiner heutigen Aschermittwochrede für
Leistungsgerechtigkeit. Behinderte Menschen müssen etwas leisten
dürfen. Vielfach sind diese Menschen hoch motiviert, werden aber vom
System behindert. Wenn junge Menschen mit 18 Jahren in Frühpension
geschickt werden, nur weil sie nach einem Motorradunfall im Rollstuhl
sitzen, raubt man ihnen die Lebensperspektive, daher braucht es statt
Frühpension eine Lebens- und Arbeitsvision.

Die Themen Leistungsgerechtigkeit und gleichberechtigte Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben von Menschen mit Behinderungen ziehen sich
wie ein roter Faden durch Huainiggs Statements und Forderungen am
Aschermittwoch. So spannt er den Bogen von den Pensionen über die
Schule und das Gericht bis hin zum ORF und erzählt schließlich noch
von seiner ganz persönlichen Geschichte als Politiker im Rollstuhl.

Nachfolgend Auszüge aus der Aschermittwochrede des ÖVP-Sprechers für
Menschen mit Behinderung:

"Wir müssen behinderten Menschen etwas zutrauen! Inklusion beginnt im
Lehrerzimmer. Die pädagogischen Hochschulen müssen sich für
behinderte Studentinnen und Studenten öffnen. Die Schule braucht die
besten Lehrerinnen und Lehrer und diese sind auch im Rollstuhl zu
finden oder können zufällig nicht hören oder sehen. Nicht jede/r
Lehrer/in, die/der derzeit in der Klasse steht, ist dazu auch
geeignet. Eine körperliche Behinderung wäre da oft die kleinste
Behinderung."

"Auch eine blinde Richterin sollte möglich sein! Bereits 2006 wurde
im Behindertengleichstellungsgesetz der Berufszugang geöffnet. Eine
blinde Tirolerin hat es versucht. Sie ist gescheitert, mit dem
Argument, sie könne sich kein objektives Bild von der Wahrheit
machen. In Deutschland gibt es 60 blinde Richter und in
Großbritannien gab es sogar einen blinden Minister. Justitia im
Parlament urteilt bekanntlich blind, mit verbundenen Augen. Nur so
kann man sich ein objektives Bild von der Wahrheit machen."

"Der ORF erfüllt die Einstellungspflicht von behinderten Menschen
nicht. Österreichs Leitmedium leitet uns auch in diesem Punkt auf den
falschen Weg. Dabei hätte ich gar nicht so wenige Ideen für ein
Fernsehprogramm für wirklich alle:

- "Licht ins Dunkel" wird z.B. umbenannt in "Nicht ins Dunkel",
- der Kaiser schafft die Abschaffung von Barrieren in ganz Österreich
an,
- es gäbe Moderationen auch in Gebärdensprache,
- einen ZiB-Moderator im Rollstuhl,
- ein neues Talkradio "Blind Date" mit einer blinden Moderatorin,
- einen blinden Seitenblicke-Moderator, für den dann die Arbeit auch
erträglicher sein dürfte."

"Ein fragwürdiges Gleichheitsverständnis hat die SPÖ, wenn es um
Leben und Lebenschancen geht. Sie verlangt eine generelle Einführung
der Präimplantationsdiagnostik (PID) ohne Wenn und Aber. Damit wir
alle künftig auf Nummer sicher gehen können. Damit wir in einer
schönen, neuen Designer-Baby-Welt leben können. Damit es einmal
niemanden mehr gibt, der einen mit alternativen Aschermittwochreden
nerven kann."

Wer Franz-Joseph Huainiggs Live-Rede verpasst hat, hat die
Möglichkeit, sie via Youtube in voller Länge zu sehen:
http://www.youtube.com/user/franzjospephhuainigg
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

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