- 22.02.2012, 12:41:51
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Filmverbände gegen Auflösungsabgabe
Wien (OTS) - Während in einer gerade ergangenen Pressemitteilung
der Stadt Wien die Aktion "Eine Stadt - ein Film" gerade als
dreifacher Gewinn, sozusagen "eine win-win Situation für alle
Beteiligten im österreichischen Film" begrüßt wurde, hat die
Bundesregierung in das Stabilitätspaket eine Maßnahme verpackt, die
für die gesamte Kulturbranche, vor allem aber auch für die
Filmwirtschaft, deutlich erhöhte Kosten mit sich bringt und auf die
Anstellungsspezifika dieser Branche in keiner Weise Bezug nimmt.
Vorgesehen ist im § 2 b des AMBFG neu, eine Arbeitgeberabgabe für
die Auflösung von jeder Art von Dienstverhältnissen in der Höhe von
Euro 110,-- pro DienstnehmerIn.
Zwar sind die Dienstverhältnisse, die innerhalb eines Jahres bei
einem Arbeitgeber nicht mehr als max. 2 Monate dauern, davon
ausgenommen, doch hilft dies allenfalls jenen Filmbereichen, wo
besonders kurze Projektzeiten üblich sind, z.B.: im Werbefilm. Im
Fernsehfilm, TV, Doku- Bereich und beim Kinofilm sind Drehzeiten um
die 2 Monate durchaus üblich und eine Vielzahl von Angestellten
befristet beschäftigt.
Der Fachverband der Film- u. Musikindustrie hat im laufenden
Begutachtungsverfahren schon deutlich gegen die vorliegende
Auflösungsabgabe Stellung genommen.
Die Verbände der Filmwirtschaft AAFP und Film Austria kritisieren
die Tatsache, dass jene Bereiche, in welchen atypische
Beschäftigungsverhältnisse die Regel sind, hier besonders betroffen
sind.
Es sei absurd, so der Präsident des Verbandes Film Austria, Veit
Heiduschka, dass einerseits die Filmwirtschaft als Teil der Cultural
Industries von der öffentlichen Hand gefördert werden wird, auf der
anderen Seite unter dem Deckmantel der Budgetkonsolidierung
Kostenbelastungen eingeführt werden, die im Filmbereich nur
kontraproduktiv sind. Durch die mit der Abgabe verbundenen Kosten
wird sich die prekäre Situation der Filmschaffenden nur
verschlechtern und werden Produktionen teurer - auch zu Lasten der
Förderungen der öffentlichen Hand.
Die Abgrenzung zwischen Künstlern, Dienstnehmern und
Kleinunternehmern führt im Bereich der Kulturindustrien ohnehin immer
wieder zu Abgrenzungsproblemen, so die Präsidentin des Filmverbandes
AAFP, Gabriele Kranzelbinder. Eine weitere administrative und
kostenmäßige Belastung in diesem, typischerweise durch
Projektarbeitsverhältnisse gekennzeichneten Bereich, wird diese
Unsicherheit nur erhöhen.
Die Verbände der Filmwirtschaft sprechen sich für eine
intelligente Lösung aus, die die Bereiche der Filmwirtschaft, aber
auch andere Bereiche der Kulturwirtschaft, die durch solche
projektbezogenen Dienstverhältnisse gekennzeichnet sind, per se
ausnimmt. Beschäftigungsverhältnisse in der Filmproduktion sind wohl
auch nicht mit Saisonarbeit, wie bei der Bauwirtschaft und beim
Tourismus, zu vergleichen und müssen für unterschiedliche
arbeitsrechtliche Gegebenheiten unterschiedliche Lösungen gefunden
werden.
Die Filmverbände begrüßen die Ziele, der Budgetstabilität und der
Konsolidierung über das Sparpaket; eine derart undifferenzierte
Lösung schadet aber dem Filmstandort und damit indirekt wohl auch
jenen budgetären Mehreinnahmen, die mit einer erfolgreichen
Filmproduktionslandschaft und einem vitalen Filmstandort verbunden
sind.
Rückfragehinweis:
VERBAND ÖSTERREICHISCHER FILMPRODUZENTEN (AAFP) Präsidentin: Mag. Gabriele Kranzelbinder mailto:[email protected] FILM AUSTRIA - VEREINIGUNG KREATIVER FILMPRODUZENTEN Obmann: Dr. Veit Heiduschka mailto:[email protected]
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