- 22.02.2012, 12:29:40
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Hotellerie zur Auflösungsabgabe: Geht an Realität vorbei und trifft Branche hart
WKÖ-Ennemoser: "Budgetsanierung Ja, Bestrafen von Beschäftigung im Tourismus Nein"
Wien (OTS/PWK122) - Für Klaus Ennemoser, Obmann des
Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, steht
außer Zweifel, dass die Bunderegierung das Budget sanieren muss: "Das
vorliegende Konsolidierungspaket ist grundsätzlich ausgewogen und
kommt zur rechten Zeit." Kritik übt der Hotellerie-Branchensprecher
an der geplanten Auflösungsabgabe. Diese "Straf-Gebühr" bei der
Beendigung von Dienstverhältnissen in Höhe von 110 Euro setzt sich,
so Ennemoser, über die Gegebenheiten in der Hotellerie völlig hinweg
und trifft die heimischen Betriebe in voller Härte. "Nach der
Rücknahme der Energieabgabenvergütung, wäre die Auflösungsabgabe eine
weitere undifferenzierte Mehrbelastung für die heimische Hotellerie",
kritisiert Ennemoser.
Arbeitsplatzsituation in Hotellerie von Saisonalität geprägt
"Die Arbeitsplatzsituation in unserer Branche ist durch
Saisonalität und Arbeitszeitspitzen gekennzeichnet. Saisonale
Kernbelegschaften und Randbelegschaften orientieren sich an
befristeten Beschäftigungsverhältnissen - Großteils mit
Wiedereinstellungszusagen", betont Ennemoser. Die Saisonbetriebe sind
sowohl wirtschaftlich als auch faktisch gezwungen, ihre Mitarbeiter
saisonal einzustellen.
Auflösungsabgabe als Lenkungsinstrument ungeeignet
"Die ursprüngliche Intention der Auflösungsabgabe, nämlich
Kurzzeit-Kündigungen zu verhindern, geht in der Hotellerie komplett
ins Leere", erklärt Ennemoser. Gemäß Institut für Höhere Studien
(IHS) gibt es im Jahr rund 300.000 relevante Abmeldungen im Hotel-
und Gastgewerbe. "Weniger als 1 Prozent davon kommen durch Umgehungen
- "Zwischenparken" von Mitarbeitern beim Arbeitsmarkservice in Folge
von Auftragsschwankungen - zustande. "Damit ist die Auflösungsabgabe
als Lenkungsinstrument in der Hotellerie völlig ungeeignet", zeigt
sich Ennemoser überzeugt.
Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit der Branche nicht gefährden
Die heimische Hotellerie ist durch eine hohe Personalintensität
gekennzeichnet. Job-Abbau und -Verlagerungen, wie in anderen Branchen
üblich, gibt es in der Hotellerie nicht. "Auch wenn klar ist, dass
jeder in Österreich seinen Beitrag zur Budgetsanierung leisten muss,
dürfen die geplanten Maßnahmen keinesfalls Arbeitsplätze und hart
erarbeitete Wettbewerbsvorteile gefährden", warnt Ennemoser. Immerhin
sei der Tourismus im wirtschaftlichen Krisenjahr 2009 eine jener
Branchen gewesen, die mit 0,4 Prozent den geringsten Rückgang der
Beschäftigung zu verzeichnen hatte. Zum Vergleich: In anderen
Branchen lag der Beschäftigungsrückgang im selben Zeitraum zwischen 5
und 8 Prozent. "Man darf jetzt nicht unsere Hotelbetriebe dafür
bestrafen, dass sie auch in Krisenzeiten Arbeitsplätze anbieten",
appelliert Ennemoser an die Regierung.
Fachverband Hotellerie
Der Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich
vertritt 18.000 Beherbergungsbetriebe mit 1,05 Millionen Betten. Mehr
als 8.000 Beherbergungsbetriebe sind mit 23.000 geprüften Sternen
klassifiziert. Mit 125 Millionen Nächtigungen jährlich legt
Österreichs Hotellerie einen wichtigen Grundstein für eine direkte
Wertschöpfung im Tourismus von 15,2 Milliarden Euro. Jeder fünfte
Vollzeitarbeitsplatz wird im Tourismus und in der Freizeitwirtschaft
generiert. (ES)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Hotellerie
Mag. Matthias Koch
Tel.: (+43) 0590 900-3554
E-Mail: [email protected]
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