• 21.02.2012, 17:00:32
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"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Freiheit erkämpfen"

Joachim Gauck spricht oft und gerne über Freiheit. Bei uns ist das kein Thema.

Wien (OTS) - Der künftige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck
ist schon aufgrund seiner Biografie ein beeindruckender Mann. Gauck
wurde in der DDR von der allgegenwärtigen Staatssicherheit beobachtet
und verfolgt. In einem Stasi-Bericht über ihn heißt es, dieser Mann
sei unbelehrbar. Respekt.
Kein Wunder, dass Gauck die Freiheit zu seinem Lebensthema gemacht
hat. Er hat dafür gekämpft, das zu glauben, das zu denken und das zu
sagen, was er für richtig hielt. Und zwar in der DDR, wo die Suche
nach Freiheit oft im Gefängnis geendet hat.
"Verantwortung ist dem Untertan meistens fremd. Was er am besten
kann, ist Angst haben", hat Gauck einmal gesagt - und damit nicht
seine Zeit in der DDR gemeint. Der von Angst gedemütigte Untertan ist
auch demokratischen Staaten nicht fremd.
In der politischen Diskussion in Österreich hat die Freiheit keine
Lobby, im Zweifel werden noch mehr Gesetze und noch mehr Verwaltung
erfunden.
Die Freiheit des Einzelnen und der soziale Zusammenhalt der
Gesellschaft sind kein Widerspruch, ganz im Gegenteil. "Wer die
Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides
verlieren", das sagte der amerikanische Staatsmann Benjamin Franklin.

Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

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