SN-Beitrag zu Wiener Frühpensionen ist Bullshit
Wien (OTS) - Kurt Obermülner, der Vorsitzende der
Christgewerkschafter/innen in der Gewerkschaft der
Gemeindebediensteten, Kunst, Medien, Sport, freie Berufe -
Landesgruppe Wien (FCG-GdG-KMSfB / LGr. Wien), kritisierte den
heutigen Bericht der Salzburger Nachrichten über das angebliche
Pensionsparadies der Wiener Gemeindebediensteten scharf und
bezeichnete diesen Beitrag als Bullshit.
Der Christgewerkschafter Obermülner verwies bei seiner Kritik auf
den Philosophen Harry G. Frankfurt, der Bullshit von der Lüge
unterscheidet und aufzeigt, dass Lügende die Wahrheit kennen, während
diejenigen die Bullshit verbreiten nicht einmal ein Interesse an der
Richtigkeit der Aussage haben. Er führte weiters aus: "Ein solches
Ausmaß von Unsachlichkeit und Unrichtigkeit wie in diesem Beitrag der
Salzburger Nachrichten ist empörend, es schürt Vorurteile und
vermengt offensichtlich ungeprüft Unwahrheiten und polemische
Zuspitzungen, sodass dieser Beitrag wahrlich nur als Bullshit zu
bezeichnen ist, denn Lüge möchte ich nicht unterstellen."
Als Beispiele für die Unrichtigkeit der Ausführungen verwies
Obermülner darauf, "dass in Wien zwar rund 65.000 Gemeindebedienstete
beschäftigt sind, aber nur einer Minderheit das 'lukrativste
Pensionsrecht' geboten wird, da die Mehrheit der Bediensteten
mittlerweile ASVG-Beschäftigte sind. Die nur scheinbar lukrativen
Beamtenpensionen erhalten diejenigen, die seinerzeit - im Vergleich
zu Privatbeschäftigten - zu sehr schlechten Besoldungsbedingungen
gearbeitet haben und denen ein angemessener Ausgleich in der Pension
versprochen wurde. Weiters erhalten solche geringfügig besseren
Pensionen Kolleginnen und Kollegen, die Schwerarbeit geleistet haben
- wie etwa Feuerwehr, Pflege, Rettung usw. - und denen diese
Leistungen trotz diverser Zulagen nie adäquat im Beamtenschema
abgegolten werden konnten. Ebenso falsch sind die Angaben zu den
Frühpensionierungen: Der angegebene Durchschnitt betrifft nur die
frühzeitig in den Ruhestand versetzten Bediensteten und
berücksichtigt diejenigen nicht, die in diesem Monat mit dem
regulären Pensionierungsalter in den Ruhestand übergetreten sind bzw.
mit dem angegebenen Durchschnittsalter noch weiter arbeiten. Und wie
die Verfasserin dieses Artikels auf eine Milliarde Mehrkosten durch
die Frühpensionierungen in dieser Legislaturperiode kommt, ist mehr
als rätselhaft."
Abschließend betonte Obermülner, "dass die Vergleichbarkeit
zwischen Privat-, Bundes-, Landesbeschäftigten und sogar zwischen
Gemeindebediensteten in den einzelnen Ländern sehr komplex und
schwierig ist. Nimmt man dann beispielsweise noch die
unterschiedlichen Entwicklungspfade der Einkommen über mehrere
Jahrzehnte, die unterschiedlichen Qualifikationen, den höheren
Vollzeitbeschäftigungsanteil und die Vielfalt der rund 200 Berufe im
Gemeindebereich zu einem Vergleich dazu, dann kann man schon leicht
überfordert sein. Von einer seriösen Zeitung erwarte ich mir aber,
dass Angaben überprüft werden und nicht polemisches Geschwätz und
halbwahr zurechtgebogene Statistiken vermengt und veröffentlicht
werden."
Vorsitzender
Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen in der
Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst,
Medien,
Sport,
freie Berufe - LGr. Wien
1090 Wien,
Maria Theresien Straße 11
Tel.: +43 676 70 68 511,
E-Mail: kurt.obermuelner@gdg-kmsfb.at















