OTS0180   21. Feb. 2012, 14:20

SN-Beitrag zu Wiener Frühpensionen ist Bullshit


Kurt Obermülner, der Vorsitzende der Christgewerkschafter/innen in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Kunst, Medien, Sport, freie Berufe - Landesgruppe Wien (FCG-GdG-KMSfB / LGr. Wien), kritisierte den heutigen Bericht der Salzburger Nachrichten über das angebliche Pensionsparadies der Wiener Gemeindebediensteten scharf und bezeichnete diesen Beitrag als Bullshit.

Der Christgewerkschafter Obermülner verwies bei seiner Kritik auf den Philosophen Harry G. Frankfurt, der Bullshit von der Lüge unterscheidet und aufzeigt, dass Lügende die Wahrheit kennen, während diejenigen die Bullshit verbreiten nicht einmal ein Interesse an der Richtigkeit der Aussage haben. Er führte weiters aus: "Ein solches Ausmaß von Unsachlichkeit und Unrichtigkeit wie in diesem Beitrag der Salzburger Nachrichten ist empörend, es schürt Vorurteile und vermengt offensichtlich ungeprüft Unwahrheiten und polemische Zuspitzungen, sodass dieser Beitrag wahrlich nur als Bullshit zu bezeichnen ist, denn Lüge möchte ich nicht unterstellen."

Als Beispiele für die Unrichtigkeit der Ausführungen verwies Obermülner darauf, "dass in Wien zwar rund 65.000 Gemeindebedienstete beschäftigt sind, aber nur einer Minderheit das 'lukrativste Pensionsrecht' geboten wird, da die Mehrheit der Bediensteten mittlerweile ASVG-Beschäftigte sind. Die nur scheinbar lukrativen Beamtenpensionen erhalten diejenigen, die seinerzeit - im Vergleich zu Privatbeschäftigten - zu sehr schlechten Besoldungsbedingungen gearbeitet haben und denen ein angemessener Ausgleich in der Pension versprochen wurde. Weiters erhalten solche geringfügig besseren Pensionen Kolleginnen und Kollegen, die Schwerarbeit geleistet haben - wie etwa Feuerwehr, Pflege, Rettung usw. - und denen diese Leistungen trotz diverser Zulagen nie adäquat im Beamtenschema abgegolten werden konnten. Ebenso falsch sind die Angaben zu den Frühpensionierungen: Der angegebene Durchschnitt betrifft nur die frühzeitig in den Ruhestand versetzten Bediensteten und berücksichtigt diejenigen nicht, die in diesem Monat mit dem regulären Pensionierungsalter in den Ruhestand übergetreten sind bzw. mit dem angegebenen Durchschnittsalter noch weiter arbeiten. Und wie die Verfasserin dieses Artikels auf eine Milliarde Mehrkosten durch die Frühpensionierungen in dieser Legislaturperiode kommt, ist mehr als rätselhaft."

Abschließend betonte Obermülner, "dass die Vergleichbarkeit zwischen Privat-, Bundes-, Landesbeschäftigten und sogar zwischen Gemeindebediensteten in den einzelnen Ländern sehr komplex und schwierig ist. Nimmt man dann beispielsweise noch die unterschiedlichen Entwicklungspfade der Einkommen über mehrere Jahrzehnte, die unterschiedlichen Qualifikationen, den höheren Vollzeitbeschäftigungsanteil und die Vielfalt der rund 200 Berufe im Gemeindebereich zu einem Vergleich dazu, dann kann man schon leicht überfordert sein. Von einer seriösen Zeitung erwarte ich mir aber, dass Angaben überprüft werden und nicht polemisches Geschwätz und halbwahr zurechtgebogene Statistiken vermengt und veröffentlicht werden."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0180 2012-02-21 14:20 211420 Feb 12 NEF0011 0432



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Rückfragehinweis: Kurt Obermülner, MAS
Vorsitzender
Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen in der
Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst,
Medien,
Sport,
freie Berufe - LGr. Wien
1090 Wien,
Maria Theresien Straße 11
Tel.: +43 676 70 68 511,
E-Mail: kurt.obermuelner@gdg-kmsfb.at

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