- 21.02.2012, 13:10:44
- /
- OTS0157 OTW0157
Missbrauch in Mehrerau: Zuerst vertuschen dann auf Verjährung bestehen
Kloster stellte strafrechtlich verurteilten Pädophilen ein und will jetzt nicht verantwortlich sein dafür
Wien, Bregenz (OTS) - Als "blanken Zynismus" bezeichnet Sepp
Rothwangl von der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt die
Vorgehensweise des Klosters Mehrerau. Dieses hat sich nach der
Entschädigungsklage eines dort mehrfach vergewaltigten Zöglings nun
auf Verjährung berufen. "Mehrerau hat einen wegen Missbrauchs
verurteilten Pater in seine Dienste genommen, die daraufhin innerhalb
der eigenen Klostermauern erfolgte sexuelle Gewalt systematisch
vertuscht und wendet nun Verjährung ein" so Rothwangl. Das Kloster
hafte selbstverständlich für die Indienststellung eines wegen
Missbrauchs verurteilten Sexualstraftäters. Die Kirchenstrategie,
Haftungsfragen und Schadensersatzansprüche nicht durch unabhängige
Gerichte klären zu lassen, ist damit einmal mehr offengelegt.
Klasinc-Kommission: "Hauseigene Schadensabwicklungsabteilung"
Bisher haben Kircheneinrichtungen stets danach getrachtet,
Missbrauchsfälle an die "hauseigene Schadensabwicklungsabteilung, die
Klasnic Kommission" abzugeben, in der Hoffnung, dass man die
Betroffenen mit Almosen abspeisen könne, einer zivilrechtlichen Klage
damit entgehe und pädokriminelle Priester strafrechtlich weiter
schützen könne. Den Opfern werde im Rahmen der Klasnic Kommission
jedoch ein Canossagang auferlegt. Begründungen über Zu- oder
Aberkennung von Entschädigungen erhalten die Betroffenen dort
ebenfalls nicht. "Nun hatte endlich ein Betroffener den Mut gefunden,
den Weg einer Zivilrechtsklage zu beschreiten und sogleich leugnet
das reiche Kloster jegliche Verantwortung. Und das obwohl Kardinal
Schönborn betonte, dass es für die Kirche keine Verjährung gebe:
Hätte es noch eines weiteren Nachweises für die Doppelmoral der
katholischen Kirche bedurft, wäre er hiermit eindrucksvoll erbracht",
schließt Rothwangl.
Rückfragehinweis:
FJ PURKARTHOFER PR, +43-664-4121491, [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PUR






