• 21.02.2012, 12:46:09
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Schülerunion zu Schulpflichtdebatte: Zukunftschancen der Schüler müssen im Mittelpunkt stehen

Schülerunion bezieht Stellung zu den aktuellen Forderungen nach höheren Strafen zur anhaltenden Verletzung der Schulpflicht

Wien (OTS) - Die Österreichische Schülerunion ist erfreut über die
neue Dynamik in der Thematik der langfristigen
Schulpflichtverletzung. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz
forderte am 20. Februar 2012 eine deutliche Erhöhung des aktuellen
Strafmaßes bei anhaltenden Verstößen gegen die Schulpflicht von
220Euro auf bis zu 1500Euro und sorgt hiermit für eine neue
Diskussion über die Schulpflichtverletzung und die Verantwortung
aller Beteiligten an dem Schicksal von zahlreichen Kindern.

"Es geht aus unserer Sicht um die Vernachlässigung der
Erziehungspflicht von Eltern, die ihren Kindern nicht den
regelmäßigen Schulbesuch ermöglichen, oder bei offensichtlichem
Missbrauch einfach wegsehen, oder ihre Kinder gar bewusst nicht in
die Schule schicken", meint Jim Lefebre, Bundesobmann der
Schülerunion. "Bei diesen schwerwiegenden Verstößen soll es auch
höhere Strafen für Eltern geben. Darüber hinaus muss es auch
pädagogische Maßnahmen und Unterstützungen für die Schüler geben".

Die aktuelle Strafregelung erweist sich aus Sicht der Schülerunion
ungeeignet, da die Verfahren derzeit in den meisten Fällen im Sand
verlaufen: "Klar ist für mich, dass die Strafe für Eltern nur als
letzter Schritt gesehen werden dürfen und davor alle anderen
möglichen Maßnahmen angewandt werden. Klar ist aber auch, dass die
Strafe für Eltern effektiv sein muss um wirkungsvoll die anhaltende
Verletzung der Schulpflicht abzuwenden", so Jim Lefebre. Es muss
eingegrenzt werden, wann ein schwerwiegender Verstoß gegen die
Schulpflicht vorliegt und wie damit um zu gehen ist.

Die Zahl der Eltern, die ihre Kinder bewusst nicht in die Schule
schicken, hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt: "Wir wollen
daher nun eine breit gefächerte Diskussion führen, um die zahlreichen
Gründe und Motive zu erforschen wie es zu solchen Verstößen kommt,"
betont Jim Lefebre, "denn die Schüler bleiben meistens nicht aus Spaß
Zuhause".

"Am Ende geht es hier um das Schicksal zahlreicher Kinder. Die Eltern
müssen in die Pflicht genommen werden, wenn sie bewusst die
Zukunftschancen ihrer Kinder aufs Spiel setzen", meint Jim Lefebre
abschließend.

Die Schülerunion ist die größte Organisation für Österreichs Schüler.
Über 30.000 Mitglieder vernetzen sich, um die Anliegen in ihren
Schulen durchzusetzen. Schul- und länderübergreifende Forderungen
bringt die Schülerunion dann in der Landes- bzw.
Bundesschülervertretung (BSV) ein. 23 von 29 Schülerunions-Mandate in
der BSV beweisen, dass 80 Prozent der Schüler hinter den
Vorstellungen der Schülerunion stehen.

Rückfragehinweis:
Österreichische Schülerunion
Jim Lefebre, Bundesobmann
Tel.: 0664 960 15 70, Mail: [email protected]

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