- 21.02.2012, 10:55:26
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Korun: Mehrsprachigen Schatz in Österreich fördern statt ignorieren!
Jarmer: Österreichische Gebärdensprache muss als Muttersprache von 10.000 Menschen Unterrichtssprache werden
Wien (OTS) - "Wir vergeuden derzeit den mehrsprachigen Schatz und
das Sprachenpotenzial von tausenden Kindern in Österreich. Dass
Kinder mit mehr als nur einer Sprache aufwachsen, ist im
Einwanderungsland Österreich seit Jahren Realität, nur hat das
Bildungssystem bisher zu wenig darauf reagiert. Statt von Haus aus
mehrsprachig aufwachsende Kinder zur Einsprachigkeit zu zwingen,
müssen mit Frühförderung sowohl Deutsch als auch ihre anderen
Muttersprachen gefördert werden. Dann haben tausende Kinder in
unserem Land aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit auch viel bessere
Chancen und Mobilität auf den Arbeitsmärkten von morgen", kritisiert
Alev Korun, die Integrationssprecherin der Grünen.
Bei Spracherwerb und -förderung geht es also nicht um ein
Entweder/Oder sondern um ein Sowohl als auch. Dazu braucht es auch
mehr Mittel und mehr PädagogInnen für Sprachförderung in den
Kindergärten und Schulen. "Der Holzweg, andere (Mutter-)Sprachen als
Deutsch geringzuschätzen und verkümmern zu lassen, sollte endlich
verlassen werden", so Korun.
Auch gehörlose und hörbehinderte Menschen in Österreich, deren
Muttersprache die Gebärdensprache ist, werden darin nicht gefördert,
ergänzt Helene Jarmer, die Behindertensprecherin der Grünen. "Obwohl
die österreichische Gebärdensprache seit 2005 als offizielle Sprache
in der Verfassung verankert ist, gibt es immer noch kein Recht auf
bilingualen Unterricht in der Schule oder bilinguale Betreuung im
Kindergarten" kritisiert Jarmer. Nur durch Förderung der
Muttersprache von Geburt an kann erreicht werden, dass gehörlose und
schwer hörbehinderte Menschen ein höheres Bildungsniveau erreichen,
als das derzeit der Fall ist.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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