ÖAMTC fordert: Öffentlichen Verkehr für Einpendler nach Wien attraktiver gestalten
Ausdehnung der "blauen Zonen" würde weitere Belastung für Einpendler bedeuten
Wien (OTS) - Ab 1. März wird Parken in Wien teurer. Satte 67
Prozent mehr zahlt man dann in den Wiener Kurzparkzonen. Gleichzeitig
wird über die Ausdehnung der Kurparkzonen für die äußeren Bezirke
diskutiert. "Eine mögliche Ausweitung der 'blauen Zone' trifft aber
vor allem die Pendler", kritisiert ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer.
Laut AK-Pendlerbefragung 2010 fahren täglich rund 200.000
Arbeitnehmer nach Wien zur Arbeit. Der Großteil benützt dafür - trotz
stetig ansteigender Spritpreise - das Auto. "Es mangelt an der
Attraktivität des öffentlichen Verkehrs", kritisiert ÖAMTC-Jurist
Martin Hoffer. Das bestätigt auch eine Umfrage des ÖAMTC vom Jänner
2012. Der öffentliche Verkehr muss für 75 Prozent der Befragten
attraktiver und leistungsfähiger werden.
Bei der Erhebung der AK forderten fast 80 Prozent der Bahn- und
Buspendler pünktlichere Verkehrsmittel. Außerdem wurde die
Überfüllung öffentlicher Verkehrsmittel kritisiert. "Die Kapazitäten
des öffentlichen Verkehrs sind nicht ausreichend. Es müssen genügend
Sitzplätze vorhanden sein. Niemand tauscht freiwillig den Komfort
eines klimatisierten Autos gegen einen überheizten Stehplatz in der
Bahn", bemängelt der ÖAMTC-Experte die derzeitige Situation.
Zudem muss die Anbindung an den öffentlichen Verkehr verbessert
werden. Derzeit gibt es zehn Park & Ride-Anlagen (P+R) am Wiener
Stadtrand. Knapp 8.300 Stellplätze stehen zur Verfügung. "Die
Kapazitäten sind bei weitem nicht ausreichend. Die Anbindung an den
öffentlichen Verkehr muss noch besser werden", fordert Hoffer. Der
ÖAMTC schließt sich deshalb der Forderung von Bürgermeister Michael
Häupl an, Park & Ride-Anlagen zu vergünstigen. "Um Pendler für den
Umstieg von Auto auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen zu können,
braucht es mehr als nur symbolische Anreize", erklärt Hoffer.
Öffentlicher Verkehr nicht als einzige Alternative - Fahrgemeinschaften fördern
Der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel kann jedoch nicht die
einzige Lösung sein. Fahrgemeinschaften sind eine weitere Möglichkeit
zur Kostensenkung für Pendler. "Das Konzept der Fahrgemeinschaften
muss Einpendlern klare Vorteile bringen", weiß der ÖAMTC-Jurist.
Deshalb fordert der ÖAMTC vergünstigte Abstellmöglichkeiten für
Pendler, die Fahrgemeinschaften bilden.
Auch der Ausbau von Park & Drive-Abstellplätzen ist ein
notwendiger Schritt. Diese ermöglichen gefahrloses Warten in der Nähe
von Autobahnauffahrten und vereinfachen so die Bildung von
Fahrgemeinschaften. Bisher konnten auf Initiative des ÖAMTC und des
Landes Niederösterreich mehr als 30.000 dieser Abstellplätze
geschaffen werden.
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