• 21.02.2012, 09:37:00
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KIV/UG und AUGE/UG: "Klares NEIN zu Nulllohnrunde für Wiener Gemeindebedienstete!"

Nulllohnrunde in Wien hätte auch massive finanzielle Auswirkungen auf Beschäftigte im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich

Wien (OTS) - Eine klare Absage an die von Finanzstadträtin
Brauner angedachte Nulllohnrunde für Gemeindebedienstete in Wien
kommt von den Unabhängigen GewerkschafterInnen in der GdG-KMSfB - der
KIV/UG (Konsequente Interessensvertretung) und in der GPA-djp -
AUGE/UG (Alternative und Grüne GewerkschafterInnen).

Zwt.: KIV/UG: Nulllohnrunde im Gemeindebereich trifft vor allem
untere und mittlere EinkommensbezieherInnen!

Thomas Kerschbaum, Personalvertreter am Wiener Jugendamt und
Bundessprecher der KIV/UG, zweitstärkste Fraktion bei den Wiener
Gemeindebediensteten: "Ist die Forderung nach einer Nulllohnrunde an
sich schon eine Kampfansage an die Gewerkschaften, trifft sie im
Gemeindebereich zusätzlich noch Einkommensgruppen, die vielfach im
mittleren und niedrigen Einkommensbereich angesiedelt sind - egal ob
es sich dabei um Beamte, Vertragsbedienstete oder Privatangestellte
handelt," kritisiert der Unabhängige Gewerkschafter. "Die Einkommen
der Gemeindebediensteten liegen - nicht zuletzt aufgrund ihrer
Heterogenität die von HausarbeiterInnen und StraßenbahnfahrerInnen
über Pflegepersonal in Krankenhäusern, SozialarbeiterInnen und
KindergartenpädagogInnen bis hin zu StadtplanerInnen,
KulturarbeiterInnen und Verwaltungsbeamten reicht - keinesfalls im
Spitzenfeld sondern bestenfalls im Durchschnitt. Das unterscheidet
den Gemeindebereich in Beschäftigungs-, Qualifikations- wie
Einkommensstruktur auch etwa vom Bundesdienst, wo allerdings
ebenfalls immer prekärer werdenden Beschäftigungsformen im Vormarsch
sind, " so Kerschbaum weiter.

Nulllohnrunden träfen damit überwiegend untere wie mittlere
Einkommen. "Das kann weder aus gewerkschafts-, noch aus sozial- und
wirtschaftspolitischen Überlegungen hingenommen werden. Mit rund
70.000 Beschäftigten und deren Einkommen sind die
Gemeindebediensteten ein nicht unbedeutender Konsumfaktor in Wien.
Wird Einkommen gekürzt - und nichts anderes sind Nulllohnrunden -
wird Massennachfrage reduziert, was gerade in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten Krisen verschärfend wirkt. "Es ist auch ein
Zeichen von mangelnder Wertschätzung und mangelndem Respekt, wenn
ausgerechnet die Gemeinde ihren Beschäftigten, die den Erhalt und das
Funktionieren kommunaler sozialer und öffentlicher Infrastruktur
sicherstellen, eine entsprechende finanzielle Abgeltung verweigert.
Die Gewerkschaftsspitze ist aufgefordert, endlich klar Position zu
beziehen und allen Plänen einer Nulllohnrunde in Wien eine klare
Absage zu erteilen und gegebenenfalls auch den notwendigen Widerstand
zu organisieren," so Kerschbaum.

Zwt.: AUGE/UG: Nulllohnrunde für Gemeindebedienstete hätte massive
Auswirkungen auf Einkommen der Beschäftigten im privaten Sozial- und
Gesundheitsbereich

Nulllohnrunden im öffentlichen Dienst - insbesondere auch bei den
Wiener Gemeindebediensteten - haben dabei zusätzlich massive
Auswirkungen auf die Beschäftigten des privaten Sozial- und
Gesundheitsbereichs: "Der private Sozial- und Gesundheitsbereich
erbringt vielfach für die Gemeinde Wien soziale Dienstleistungen. Die
Einkommens- und Beschäftigungssituation ist bereits jetzt vielfach
prekär, die Durchschnittseinkommen im privaten Sozial- und
Gesundheitsbereich liegen um 17 % unter den durchschnittlichen
ArbeitnehmerInneneinkommen über alle Branchen hinweg gerechnet. Der
Sozialbereich gilt - nicht zuletzt aufgrund der hohen Teilzeitrate -
tendenziell als Niedriglohnsektor," so Markus Koza, Bundessekretär
der AUGE/UG. "Die Einkommensentwicklung im privaten Sozial- und
Gesundheitsbereich ist dabei vielfach direkt bzw. indirekt an die
Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst, gerade an die
Gemeindebediensteten gekoppelt."

Dies gelte sowohl für die im BAGS-Kollektivvertrag erfassten
Vereine und Betriebe, also auch für soziale Einrichtungen bwz.
Einrichtungen des elementaren Bildungsbereichs ausserhalb der BAGS.
Es sei geradezu zynisch, so Koza, in Sonntagsreden immer wieder zu
betonen, wie wichtig denn der Sozialbereich sei, gleichzeitig jedoch
Einkommensbedingungen zu schaffen, die unattraktiv sind und nicht
annähernd dem gesellschaftlichen Nutzen sozialer Arbeit entsprechen:
"Wir brauchen keine Lippenbekenntnise zum Sozial-, Pflege- und
elementaren Bildungsbereich sondern entsprechende finanzielle Mittel
um faire Arbeits- und Einkommensverhältnisse herzustellen. Wer
ständig davon spricht, dass Investitionen in Soziale Dienste und
Elementarbildung 'Zukunftsinvestitionen' seien, muss insbesondere
auch in die Beschäftigten in diesen Bereich investieren und endlich
entsprechend angemessene Einkommen zahlen. Nulllohnrunden kommen da
jedenfalls nicht in Frage. Viele Beschäftigte im Sozialbereich haben
berechtigte Hoffnungen in ein rot-grün regiertes Wien gesetzt.
Rot-Grün sollte inzwischen wissen, dass die Beschäftigten im
Sozialbereich durchaus widerständig und politisch sehr aufmerksam
sind. Wir können Rot-Grün nur davor warnen, ihre Budgets auf Kosten
der Beschäftigten im Sozial-, elementaren Bidlungs- und
Gesundheitsbereich zu konsolidieren. Sie sind NICHT VerursacherInnen
der Krise und dürfen noch viel weniger Opfer der Krisenbewältigung
werden," schließt Koza.

Rückfragehinweis:

Thomas Kerschbaum
   Bundessprecher der KIV/UG
   Telefon: 0664-2155423
   Internet: www.kiv.at
   
   Markus Koza
   Bundessekretär der AUGE/UG
   Telefon: 0676/951 27 82
   Internet: www.auge.or.at

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