- 20.02.2012, 14:14:51
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AKNÖ-Haneder: "Hände weg von bestehenden Verträgen"
Geplante Einsparungen bei Bausparverträgen wären "grober Vertrauensbruch"
Wieb (OTS/AKNÖ) - Die niederösterreichische Arbeiterkammer warnt
davor, die Prämien auch für bestehende Bausparverträge zu halbieren,
wie das die Bundesregierung plant. AKNÖ-ExpertInnen befürchten eine
Kostenlawine für Betroffene und Engpässe bei der günstigen
Baufinanzierung. AKNÖ-Präsident Hermann Haneder bezeichnet die Pläne
als "groben Vertrauensbruch".
In Österreich gibt es wenig, das so viel Vertrauen erwecken würde wie
ein Bausparvertrag. Nicht nur der Tradition wegen, diese Sparform
gibt es seit 1925. Er ist mündelsicher, und bringt vergleichsweise
hohe Zinsen, wenn man die staatliche Prämie von derzeit 3 % mit
einrechnet. "5,5 Millionen Menschen haben einen Bausparvertrag. Aus
den eingesparten Geldern werden attraktiv verzinste Bauspardarlehen
vergeben. Diese sind für viele Menschen die beste Möglichkeit sicher
und kostengünstig zu einem Eigenheim zu kommen", sagt
AKNÖ-Finanzexperte Ernst Hafrank.
Kürzt die Bundesregierung die Prämie wie geplant von drei auf
eineinhalb Prozent, könnte das "sehr unangenehme Folgen" haben, wie
es Hafrank formuliert: "Viele Menschen würden dann ihre
Bausparverträge auflösen oder in Zukunft keine neuen abschließen.
Damit würde es weit weniger Kapital für Bauspardarlehen geben." Für
HäuselbäuerInnen brächte das längere Wartezeiten auf ein günstiges
Darlehen und höhere Kosten für die Zwischenfinanzierung. "Aus unserer
Erfahrung wissen wir: Jedes Mal, wenn die Eigenheimfinanzierung
teurer wird, wittern unseriöse FinanzdienstleiterInnen ihre Chance
und die Menschen lassen sich einfacher von windigen Angeboten
überzeugen", befürchtet Hafrank.
Kosten von 500 Mio. Euro befürchtet
Auf BausparerInnen könnte eine Kostenlawine zukommen: "Wer seinen
Vertrag auflöst, muss nicht nur die Prämien zurückzahlen sondern muss
auch Verwaltungskosten von durchschnittlich 90 Euro berappen." Würden
alle BausparerInnen ihre Verträge auflösen, würde das die Betroffenen
bis zu 500 Millionen Euro kosten, rechnet der Experte vor. "Und das
für Einsparungen, die nur einen Bruchteil davon bringen". Neben der
Bezahlung des Verwaltungskostenbeitrages der Bausparkassen, müssten
dann noch die bisher erhaltenen Bausparprämien an den Staat
rückerstattet werden. Zusätzlich käme es zu einer rückwirkenden
Verringerung des Sparzinssatzes.
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder zeigt sich irritiert über die
Regierungspläne. "Die Bausparprämien für neue Verträge zu kürzen wäre
zwar wirtschaftlicher Unsinn, aber das könnte man noch argumentieren.
Kürzungen für bestehende Verträge sind ein grober Vertrauensbruch.
Die Menschen haben sich gerade auch wegen der Prämien entschlossen,
ihr Geld in einen Bausparer einzuzahlen". Eine Prämienhalbierung ist
aus seiner Sicht ein Eingriff in bestehende Verträge, zum
finanziellen Nachteil der KonsumentInnen. "Das geht so nicht. Da kann
nur gelten: Hände weg von bestehenden Bausparverträgen", fordert der
AKNÖ-Präsident.
Rückfragehinweis:
AKNÖ Konsumentenberatung, Ernst Hafrank
01/58883 - 1310
Aktuelle Informationen finden Sie auch unter noe.arbeiterkammer.at/presse
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