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OTS0085   20. Feb. 2012, 11:38

Integrationsstaatssekretär denkt zu kurz

Geldstrafen über Schüler_innnen und Lehrlinge zu verhängen, hält niemandem vom Schwänzen ab.


Empört reagiert Eleonora Kleibel, Bundesvorsitzende
der Aktion kritischer Schüler_innen, auf die Forderung des
Integrationssekretärs Sebastian Kurz, von Schulschwänzer_innen eine
Geldstrafe in der Höhe von 1500 Euro zu fordern. "Natürlich sind
75.000 Jugendliche ohne Aus- oder Fortbildungsplatz in Österreich
kein tragbarer Zustand. Aber Geldstrafen bei "massiver
Schulpflichtverletzung" einzuheben, wird Jugendliche nicht dazu
bringen, die Schule häufiger zu besuchen, sondern viel eher, sie
frühzeitig offiziell abzubrechen, um Strafen zu entgehen." Dass
besonders Jugendliche mit Migrationshintergrund betroffen sind,
überrascht Kleibel wenig."Migranten und Migrantinnen wird es in
Österreich oft schwer gemacht. Um diese Situation zu verändern,
sollte sich Kurz auf die wirklichen Herausforderungen der
Integrationspolitik konzentrieren, anstatt immer nur von Leistung zu
predigen."

Reine Symptombekämpfung ohne Wirkung

Kurz veranlasst hier reine Symptombekämpfung ohne nach Ursachen für
das Fernbleiben von der Schule und die hohe Drop-Out Quote zu fragen.
Soziale und persönliche Hintergründe und die oft miserablen
Bedienungen an den Schulen tragen maßgeblich dazu bei", so die
Bundesvorsitzende der aks.
Viele Schüler_innen haben Angst in die Schule zu gehen. Gründe dafür
sind häufig Leistungs- und Notendruck sowie in vielen Fällen Mobbing.

Zur Integration Jugendlicher in den Schul- und Ausbildungsalltag
würde es auf jeden Fall nicht beitragen, sie zu bestrafen. Kleibel
schließt sich in diesem Punkt dem Soziologen Johann Bacher an, der
gegenüber dem Kurier als Gegenmaßnahme u.a. den Ausbau von
Ganztagsschulen forderte.
"Kurz versucht wieder ein Mal, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Wir
dürfen nicht die Opfer eines maroden Schulsystems bestrafen, sondern
die Umstände an den Schulen ändern, sodass Schüler_innen gerne zur
Schule gehen und Lernen auch wirklich Spaß macht", so Kleibel
abschließend.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0085 2012-02-20 11:38 201138 Feb 12 SJO0001 0291



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Rückfragehinweis: Eleonora Kleibel
AKS-Bundesvorsitzende
Tel.: +43 699 11408142
mail: eleonora.kleibel@aks.at
web: www.aks.at

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