• 20.02.2012, 11:03:34
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Walser: Sebastian Kurz wird wieder einmal zum "Kurzschluss-Kurz"

Korun für Frühförderung statt Hetze gegen MigrantInnen

Wien (OTS) - Kinder aus sozial schwachen und meist auch
bildungsfernen Schichten sind in unserem Schulsystem massiv
benachteiligt, weil sie zuhause nicht entsprechend gefördert werden
können. "Was wir brauchen und was die ExpertInnen der Universität
Linz zu Recht fordern, sind der verstärkte Ausbau von Ganztagsschulen
und sprachliche Frühförderung, um die Defizite halbwegs
auszugleichen", sagt Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, zu
den im Morgenjournal zitierten Aussagen des
Integrationsstaatssekretärs Sebastien Kurz, wonach 75.000 Jugendliche
in Österreich keine Schule besuchen, nicht in Fortbildung sind und
keiner Arbeit nachgehen. Sie stammen aus "bildungsfernen Familien",
besonders betroffen sind Kinder mit migrantischem Hintergrund.

Sebastian Kurz wird wieder einmal zum "Kurzschluss-Kurz" und zieht
die falschen Schlüsse aus der Studie: "Forderungen nach
Unterstützungsmaßnahmen wären eigentlich die Aufgabe eines
Integrationsstaatssekretärs. Was er wirklich macht, ist Hetze auf
niedrigstem Niveau, wenn er die Strafen für angeblich 'zumeist
ausländische Eltern', deren Kinder die Schule nicht regelmäßig
besuchen, drastisch erhöhen will", kritisiert der Grüne
Bildungssprecher: "Woher weiß Kurz, dass es sich um 'zumeist
ausländische Eltern' handelt? Es liegen nämlich keine Zahlen vor und
auch die von Kurz zitierten Studienautoren liefern keine."

"Kurz hat offensichtlich keine Ahnung, dass die von ihm kritisierten
frühen Bildungsabbrüche oft erst nach der Pflichtschule passieren",
kritisiert die Integrationssprecherin der Grünen, Alev Korun. "Viele
Jugendliche, auch solche 'mit Migrationshintergrund', verlassen das
Bildungssystem nach der Pflichtschule und haben keine
Berufsausbildung oder Lehrstelle in Aussicht. Damit sie in Zukunft
nicht arbeitslos sind, brauchen wir eine 'Rückholaktion' dieser
Jugendlichen ins Bildungssystem mit niederschwelligen Maßnahmen. Eine
Erhöhung der Geldstrafen wird das Problem des frühen Bildungsabbruchs
nicht einmal berühren", sagt Korun weiter. "Kurz soll seine
Sündenbockpolitik mit ständigem Fingerzeig auf Migrantenfamilien
lassen, das löst kein Problem, sondern verschärft nur das Klima im
Land und frustriert die betroffenen Eltern, die oft sehr hohe
Bildungsziele für ihre Kinder, aber kaum Informationen über das
Bildungssystem haben", kritisiert Korun.

Natürlich müssen Schulpflichtverletzungen geahndet werden. Dabei
handelt es sich aber um ein anderes Thema. "Hier handelt es sich
nicht um ein Migrationsproblem, sondern um ein soziales: Der Vorstoß
von Kurz ist ein Ablenkungsmanöver von der sozialen Schieflage
unseres Bildungssystems", sagt Walser.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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