- 17.02.2012, 13:58:40
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E-Control: Angespannte Situationen im deutschen Stromnetz ohne Auswirkung auf Österreich
Probleme im deutschen Stromnetz haben nicht auf Österreich durchgeschlagen - Konsistentes europäisches Marktdesign zur Vorbeugung erforderlich
Wien (OTS) - Die möglicherweise kritischen Situationen, die in der
letzten Woche während der Kälteperiode im deutschen Übertragungsnetz
aufgetreten sind, haben trotz der engen Netzverbindungen und der weit
reichenden Marktverknüpfungen nicht auf Österreich übergegriffen. Das
Netz der Austrian Power Grid (APG) war in der letzten Woche durchwegs
stabil.
Walter Boltz, Vorstand der Energie Control Austria erläutert die
Gründe, warum es im deutschen Netz zu Problemen gekommen ist: "Wir
gehen davon aus, dass das zeitweise Defizit an Energie im deutschen
Netz durch Fehlprognosen von Stromhändlern für den Energieabsatz
hervorgerufen worden sein kann. Es ist unklar, ob die Ursache für die
vermuteten Fehlprognosen wirtschaftliche Anreize waren." Die deutsche
Regulierungsbehörde Bundesnetzagentur wird dazu eine detailliertere
Analyse anstellen.
Vorkehrungen im österreichischen Marktdesign getroffen
"Bei der Gestaltung des österreichischen Marktdesigns wurde die
Gefahr, die von sogenannten Arbitragegeschäften - also von Geschäften
zur kurzfristigen Gewinnerzielung - ausgehen kann, bereits vor
mehreren Jahren erkannt und entsprechend reagiert.", so
E-Control-Vorstand Martin Graf. Bei der österreichischen
Preisgestaltung für (zufällige oder beabsichtigte)
Energieunterdeckungen (Ausgleichsenergie) werden deshalb auch die
Preise im Tagesmarkt (Spotmarkt) berücksichtigt. Damit wird
vorgebeugt, dass wirtschaftliche Anreize zu einer Vielzahl von
Handelstransaktionen führen, die in Summe letztendlich die
Netzsicherheit gefährden könnten.
Einheitliche europäische Regeln gefordert
"Ein entscheidender Beitrag zur wirksamen Vorbeugung gegen solche
Situationen, wie wir sie jetzt im deutschen Stromnetz erlebt haben,
ist ein konsistentes europäisches Marktdesign.", ist Walter Boltz
überzeugt.
Fragwürdige ökonomische Anreize entstehen vielfach durch
unterschiedliche Regelungen in verschiedenen Ländern und Märkten.
Diese werden durch die Vorgaben des dritten Energiebinnenmarktpaketes
zunehmend reduziert. "Die Energieregulierungsbehörden der
EU-Mitgliedstaaten arbeiten derzeit besonders eng zusammen, um
harmonisierte Rahmenbedingungen für die Aufrechterhaltung der
Netzsicherheit und des fairen Wettbewerbs zu schaffen. Die zuletzt
aufgetretenen Situationen haben einmal mehr bestätigt, dass eine
ambitionierte Umsetzung des 3. Pakets auf europäischer Ebene, welche
zur nachhaltigen Beseitigung von Marktverzerrungen und korrekten
Anreizen führt, erforderlich ist," so Walter Boltz abschließend.
Rückfragehinweis:
E-Control Mag. Bettina Ometzberger Tel.: +43-1-24 7 24-202 www.e-control.at Twitter: www.twitter.com/energiecontrol Facebook: www.facebook.com/energie.control
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