• 17.02.2012, 12:20:58
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  • OTS0115 OTW0115

"Verheiratete Priester kein Allheilmittel gegen Priestermangel"

In Österreich tätige Priester des byzantinischen Ritus zur innerkirchlichen Reformdebatte

Wien, 17.02.12 (KAP) "Verheiratete Priester sind kein Allheilmittel
gegen mangelnde Priesterberufungen." Das haben die in Österreich
tätigen Priester der griechisch-katholischen Kirche bzw. des
byzantinischen Ritus' in einer Stellungnahme zur innerkirchlichen
Reformdiskussion betont. In dem von 30 Priestern und einem Diakon
unterzeichnetem Schreiben wird konkret zum Zölibat, den Umgang mit
geschiedenen und wiederverheirateten Gläubigen sowie die Beziehung
zum Papst Stellung genommen.

Verschiedene Gruppierungen in der lateinischen Kirche Westeuropas
hätten in der innerkirchlichen Kontroverse der letzten Jahre gerne
auf die Tradition der katholischen Ostkirchen verwiesen, begründeten
die Priester ihre Erklärung: Hier gelte es "eventuelle
Missverständnisse aus dem Weg zu räumen". Wörtlich heißt es in der
Stellungnahme: "Unserer Überzeugung nach ist die Krise der
Berufungen nicht mit dem Lebensstand verbunden, sondern mit der
Krise des Glaubens in unseren westlichen Gesellschaften."

Die unierten Geistlichen betonen weiters, dass in den Ostkirchen der
Mönchspriester oder der ehelos lebende Weltpriester vom gläubigen
Volk besonders geehrt. "Wir möchten also ausdrücklich festhalten,
dass auch unsere ostkirchliche Tradition den Zölibat anerkennt,
wertschätzt und praktiziert." Verheiratete Männer würden in den
katholischen Ostkirchen zwar geweiht, wer jedoch vor der Diakons-
bzw. Priesterweihe unverheiratet war, dürfe danach nicht mehr
heiraten.

In der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen gebe es keinen
Unterschied zwischen der Praxis der katholischen Ostkirchen und
jener der römisch-katholischen Kirche.

Vor dem Hintergrund des "Aufrufs zum Ungehorsam" der
Pfarrerinitiative äußern die Ostkirchen-Priester "Betrübnis, wenn
Brüder im Priestertum die Hierarchie der katholischen Kirche gering
schätzen und sogar bereit sind, die Autorität abzulehnen". Treue zur
Kirche und zum Papst sei "der Eckstein unserer kirchlichen
Identität".

Mehr auf www.kathpress.at (ende) gpu/rme/

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