OTS0047   17. Feb. 2012, 09:38

KPMG-Studie: Die zehn stärksten globalen Einflusskräfte für nachhaltiges Unternehmenswachstum


In einer neuen Studie hat KPMG zehn wesentliche
Faktoren erhoben, die in den nächsten beiden Jahrzehnten jedes
Unternehmen in seiner Entwicklung beeinflussen werden. Die Studie
wurde anlässlich des internationalen Gipfels Business Perspective on
Sustainable Growth: Preparing for Rio+20 veröffentlicht, der diese
Woche von KPMG gemeinsam mit UN-Einrichtungen in New York
veranstaltet wurde, um Lösungsansätze für die aufgezeigten
Herausforderungen zu finden.

Die KPMG-Studie "Expect the Unexpected: Building Business Value in
a Changing World" untersucht Fragen wie Klimawandel, Energie- und
Brennstoffvolatilität und Wasser-verfügbarkeit in Zusammenhang mit
dem Bevölkerungswachstum vor allem in den städtischen Zentren. Dabei
liegt das Augenmerk darauf, wie diese globalen Kräfte sich auf
Wirtschaft und Industrie auswirken und welche Kosten diese Faktoren
verursachen.

"Wir leben in einer Welt mit begrenzten Ressourcen. Das schnelle
Wachstum in den Emerging Markets sowie der Klimawandel und der
Energie- und Wasserverbrauch zählen zu jenen Kräften, die enormen
Druck auf unsere Gesellschaft ausüben werden", sagt
KPMG-Geschäftsführer Gert Weidinger, der den Bereich Climate Change &
Sustainability (CC&S) mitverantwortet. "Die Regierungen können diese
Herausforderungen nicht allein bewältigen. Die Wirtschaft muss
deshalb eine führende Rolle bei der Entwicklung von Lösungen
einnehmen."

Peter Ertl, ebenfalls KPMG-Geschäftsführer und mitverantwortlich
für CC&S, ergänzt: "Die Studie zeigt auch, dass die externen
Umweltkosten, die meist nicht in den Geschäfts-berichten zu finden
sind, da sie oft nicht monetär oder direkt dem Unternehmen zuordenbar
sind, in elf Hauptindustriesektoren seit 2002 um 50 Prozent gestiegen
sind."

Hier die zehn größten Einflusskräfte, die sich maßgeblich auf die
Geschäftstätigkeit von Unternehmen in den nächsten zwei Jahrzehnten
auswirken können:

1. Klimawandel:

Der Klimawandel ist ein Einflussfaktor, der sich direkt auf alle
anderen Faktoren auswirkt. Die Prognosen der jährlichen
Output-Verluste der Unternehmen durch den Einfluss des Klimawandels
liegen zwischen einem Prozent pro Jahr, wenn rechtzeitig
Gegenmaßnahmen ergriffen werden, bis hin zu fünf Prozent pro Jahr,
wenn die Politik es verabsäumt, klare Ziele zu setzen.

2. Energie und Treibstoff:

Der fossile Brennstoffmarkt ist insgesamt volatiler geworden und
unberechenbarer aufgrund des höheren globalen Energiebedarfes. Dazu
kommen Veränderungen in der geografischen Verbrauchsstruktur sowie
Unsicherheiten bei der Versorgung und Erzeugung, die zunehmend
regulatorischen Eingriffen im Zusammenhang mit dem Klimawandel
unterworfen sind.

3. Materielle Ressourcenknappheit:

Die Industrialisierung in den Entwicklungsländern schreitet rasch
voran; die weltweite Nachfrage nach materiellen Ressourcen wird
dramatisch zunehmen. Intensiver globaler Wettbewerb und zunehmende
Handelsbeschränkungen werden sich gravierend auf die internationale
Geschäftstätigkeit auswirken.

4. Wasserknappheit:

2030 wird Prognosen zufolge die weltweite Nachfrage nach
Trinkwasser das Angebot um 40 Prozent übersteigen. Unternehmen werden
möglicherweise mit Wassermangel und einem Rückgang der Wasserqualität
konfrontiert sein.

5. Bevölkerungswachstum:

Die Weltbevölkerung wird voraussichtlich bis 2032 auf 8,4
Milliarden wachsen. Dies wird einen intensiven Druck auf die
Ökosysteme und die Versorgung mit natürlichen Ressourcen wie Nahrung,
Wasser, Energie und Materialien ausüben. Für Unternehmen stellt dies
sowohl eine Bedrohung, als auch eine Chance dar, den Handel zu
forcieren, Arbeitsplätze zu schaffen und innovative Ideen zu
verwirklichen.

6. Wohlstand:

Die globale Mittelschicht (definiert durch die OECD mit einem
Individualeinkommen zwischen 10 und 100 US-Dollar pro Tag) wird laut
Prognosen um 172 Prozent zwischen 2010 und 2030 wachsen. Die
Herausforderung für Unternehmen besteht darin, diesen neuen
Mittelklasse-Markt in einer Zeit knapper Ressourcen und volatiler
Preise zu bedienen. Die Vorteile vieler Unternehmen in den letzten
zwei Jahrzehnten, billige Arbeitskräfte in den Entwicklungsländern zu
nutzen, werden wahrscheinlich durch die wachsende Mittelschicht
ausgeglichen.

7. Urbanisierung:

2009 lebten zum ersten Mal in der Geschichte mehr Menschen in
Städten als auf dem Land. Bis 2030 wird erwartet, dass in allen
Entwicklungsregionen einschließlich Afrika und Asien die Mehrheit der
Einwohner in städtischen Gebieten leben wird. Nahezu das gesamte
Bevölkerungswachstum der nächsten 30 Jahre wird Städte betreffen.
Diese Städte erfordern umfangreiche Verbesserungen der Infrastruktur
einschließlich Bau, Wasser und Abwasser, Strom, Abfall, Verkehr,
Gesundheit, öffentliche Sicherheit und Internet-/Handy-Anbindung.

8. Ernährungssicherheit:

In den nächsten zwei Jahrzehnten wird es zu einem stärkeren Druck
auf die Nahrungsmittelindustrie kommen. Gründe: Bevölkerungswachstum,
Wasserknappheit und Entwaldung sowie eine Steigerung der
Weltmarktpreise für Lebensmittel von 70 bis 90 Prozent. In
wasserarmen Regionen werden landwirtschaftliche Produzenten mit
wasserintensiven Branchen wie Energieversorgung oder Bergbau
konkurrieren. Regulierende Maßnahmen werden nötig sein, um die
wachsende Lebensmittelknappheit (die Zahl der chronisch
unterernährten Menschen stieg von 842 Millionen in den späten
1990er-Jahren auf über eine Milliarde im Jahr 2009) umzukehren.

9. Verfall der Ökosysteme:

Hat sich früher der Verfall der Artenvielfalt und Ökosysteme
hauptsächlich auf die Reputation der Unternehmen ausgewirkt, erkennen
nun immer mehr, dass dieser gravierende Auswirkungen auf die
gewöhnliche Geschäftstätigkeit hat. Der Abbau der Ökosysteme macht
natürliche Ressourcen knapper, teuer und weniger vielfältig, erhöht
die Wasserkosten und führt zu Schädigungen in Landwirtschaft,
Fischerei, Nahrungsmittelindustrie und Tourismus.

10. Entwaldung:

Wälder sind ein großes Geschäftsfeld - Holzprodukte trugen in den
Jahren 2003 bis 2007 durchschnittlich 100 Milliarden US-Dollar zur
Weltwirtschaft bei. Der Wert der Waldprodukte, die nicht aus Holz
sind (vor allem Lebensmittel) wurde im Jahr 2005 auf etwa 18,5
Milliarden US-Dollar geschätzt. Doch die OECD-Projekte, die
Waldflächen aufforsten, werden bis 2030 um 13 Prozent abnehmen, vor
allem in Südasien und Afrika. Die Holzindustrie und nachgelagerten
Branchen wie Zellstoff- und Papierindustrie könnten von Regulierungen
gegen die Entwaldung betroffen sein. Unternehmen werden
wahrscheinlich mehr Druck seitens der Kunden erhalten, ihre Produkte
aus nachhaltigen und zertifizierten Quellen anzubieten. Hier können
sich aber auch Geschäftschancen ergeben, um Marktmechanismen und
wirtschaftliche Anreize zu entwickeln, die Abholzung zu reduzieren.

Die Studie sowie die vollständige Presseaussendung finden Sie hier:
http://www.ots.at/redirect/kpmgstudie

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0047 2012-02-17 09:38 170938 Feb 12 KPM0003 0894



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Rückfragehinweis: Iris Zeppezauer,
Unternehmenskommunikation,
KPMG Austria GmbH,
izeppezauer@kpmg.at;
Tel: 0732/6938-2157

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