"KURIER"-Kommentar von Andrea Hodoschek: "Die letzte Chance"
Vielleicht hofft die Lufthansa ohnehin, dass die AUA gegen die Wand fliegt.
Wien (OTS) - Schon klar, dass die Mutter Lufthansa ihre defizitäre
Tochter AUA nicht endlos durchfüttern will. Bevor sie sich
gegenseitig in taktischen Hahnenkämpfen zerfleischen, sollten sich
die handelnden Personen bei der AUA das Schicksal der Schwester
British Midland vor Augen halten. Die wurde kurzerhand verkauft.
Allerdings kann die Sanierung einer Airline, die ein
Dienstleistungsunternehmen ist, nicht alleine über noch weitere
Einsparungen bei den Mitarbeitern funktionieren. Die Kosten sind nur
ein Teil des Problems.
Die AUA hat mittlerweile ein gravierendes Qualitätsproblem, weil
jahrelang auf Kosten der Passagiere gespart wurde. Dem schwachen und
ideenlosen Vertrieb fällt nichts Besseres ein, als sich permanent auf
Preiskämpfe mit den Mitbewerbern einzulassen.
Obendrein konkurrenziert die Lufthansa, die bis heute so gut wie
nichts in die AUA investiert hat, ihre flügellahme Österreich-Tochter
innerhalb des Konzerns nieder. Sodass die Frage berechtigt ist, ob
die Lufthansa die AUA vielleicht absichtlich gegen die Wand knallen
lässt. Die Tyrolean dürfte dann als kleiner Regional-Carrier noch ein
bisschen fliegen, der Rest des Verkehrs wird über München, Frankfurt
und Zürich umgeleitet.














