• 16.02.2012, 16:00:37
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Seit Januar mindestens 200 Elefanten in Kamerun gewildert

Hamburg (ots) - Wilderer schlachteten seit Mitte Januar mindestens
200 Elefanten im Kamerun/Zentralafrika wegen ihres Elfenbeins ab.

Laut Informationen des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) tötete
eine Bande von sudanesischen Wilderern die Elefanten in der Gegend
des Bouba Njida Nationalparks im Osten des Landes. Der Nationalpark
liegt an der Grenze zum Tschad.

Mindestens 100 Elefantenkadaver wurden im letzten Monat im
Nationalpark entdeckt und anhaltende Schießereien machen es im
Augenblick unmöglich, die Situation genauer zu untersuchen. Es ist
davon auszugehen, dass weitere Kadaver in den bisher nicht
zugänglichen Regionen des Parks gefunden werden. Berichten zufolge
wurden nach den Schusswechseln viele verlassene Elefantenwaisen
gesichtet und es besteht Anlass zur Sorge, dass diese Jungtiere bald
verhungern oder verdursten könnten. Ihr Tod wird die Auswirkungen
dieser Wildererorgie auf die bedrohte Elefantenpopulation Kameruns
noch massiv verschlimmern.

Laut der Elefantenexpertin des IFAW, Celine Sissler-Bienvenue, sei es
nicht unüblich, dass in der Trockenzeit bewaffnete Wildererbanden aus
dem Sudan nach Kamerun und in den Tschad eindringen, um Elefanten
wegen des Elfenbeins zu töten. Aber dieses jüngste Massaker ist
gewaltig und in diesem Ausmaß bisher nicht dagewesen. "Das Elfenbein
wird aus West- und Zentralafrika zu den Märkten in Asien und Europa
geschmuggelt", so Sissler-Bienvenue. "Mit den Erlösen werden Waffen
finanziert und in regionalen Konflikten wie in Dafur, Sudan oder in
der Zentralafrikanischen Republik eingesetzt."

Die Auslandsvertretungen der USA, der EU, Großbritanniens und
Frankreichs haben an Kameruns Behörden appelliert, dringende
Maßnahmen gegen das Töten zu ergreifen.

Die genaue Anzahl der in Kamerun lebenden Elefanten ist nicht
bekannt. Laut des letzten Statusberichts für Elefanten der
Welt-Tierschutz-Union IUCN aus 2007 könnten es zwischen 1.000 und
5.000 Tiere sein.

"Wir können das fortgesetzte Abschlachten der Elefanten in Afrika nur
stoppen, wenn wir die Nachfrage nach Elfenbein, besonders in Asien,
stoppen", so Sissler-Bienvenue weiter. "Deswegen führt der IFAW
Aufklärungskampagnen, beispielsweise in China durch. Gleichzeitig
schulen wir Wildhüter und Zollbeamte in vielen Ländern Afrikas und
statten sie mit der nötigen Ausrüstung aus. Aber letztendlich können
die Elefanten nur gerettet werden, wenn die internationale
Gemeinschaft die dafür nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung
stellt. Gleichzeitig muss jeglicher Handel mit Elfenbein verboten
bleiben."

Der IFAW startet in Kürze ein Anti-Wilderer-Programm für Ranger und
Gesetzeshüter im Sena Oura Nationalpark im Tschad. Er liegt an der
Grenze zwischen Tschad und Kamerun. Das IFAW-Projekt soll zum Aufbau
eines koordinierten Vorgehens zum Schutz der Elefanten in dieser
Region beitragen.

Rückfragehinweis:
Dörte von der Reith, Tel. 040-86650033, mobil: 0160-90486493 oder [email protected]

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