OTS0177   16. Feb. 2012, 13:11

Leitl/Mitterlehner: Neuauflage der thermische Sanierung nützt Wirtschaft, Umwelt und Beschäftigung

Mitterlehner: Bund stellt heuer 100 Mio. Euro für Gebäudesanierung bereit - Leitl: Länder ins Boot holen durch Wiedereinführung der Zweckwidmung bei Wohnbauförderung


Die thermische Sanierung, die von der
Regierung heuer trotz Sparpaket wie schon 2009 und 2011 mit 100
Millionen Euro gefördert wird, wirkt sich sowohl auf die Wirtschaft,
als auch auf die Umwelt und die Beschäftigung positiv aus, betonten
Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und Wirtschaftsminister
Reinhold Mitterlehner heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz
zum Start einer bundesweiten Road-Show zur thermischen Sanierung.
Dabei werden heimischen Betrieben praxisbezogen Informationen über
die Förderungsmöglichkeiten geboten und stehen Experten für
individuelle Beratung zur Verfügung stehen.

"Die thermische Sanierung ist vor dem Hintergrund des
Konsolidierungspakets eine wichtige Offensiv-Maßnahme", sagte
Mitterlehner. "Sie wirkt ausgesprochen positiv. Mit den jährlich 100
Millionen Euro an Förderungen lösen wir ein Auftragsvolumen von
jeweils 860 Millionen Euro aus, das der heimischen Wirtschaft zu Gute
kommt. Das verhilft aber nicht nur den Unternehmen zu zusätzlichen
Aufträgen, sondern senkt in sanierten Betrieben, Wohnungen und
Häusern auch die Heizkosten und reduziert den CO2-Ausstoß. Die 100
Millionen an Förderung, die über das Jahr ausgegeben werden, haben
die Aktivitäten zur Sanierung verstetigt und haben starke
Preisanstiege in der Bauwirtschaft verhindert."

WKÖ-Präsident Leitl betonte, dass eine nachhaltige Budgetsanierung
- neben den notwendigen Einsparungen - nur mit Wachstum zu
bewerkstelligen ist. "Wir brauchen in Zeiten knapper Budgets
intelligente Instrumente, um das Wachstum anzukurbeln und die
thermische Sanierung ist ein Paradebeispiel einer sinnvollen Aktion.
Jeder Euro, der hier vom Staat gefördert wird, zieht 8 Euro an
privaten Investitionen an sich und damit höhere Einnahmen für den
Staat und mehr Arbeitsplätze." Immerhin lassen sich beim
Energieverbrauch Einsparungen im Ausmaß von 75 % und mehr
realisieren.

Einer aktuellen WKÖ-Umfrage zufolge denken 20.000 Gewerbebetriebe
ernsthaft daran, heuer Sanierungsmaßnahmen durchzuführen. In der
Bauwirtschaft beurteilen rund 40 Prozent die Förderung als sehr
interessant, 85 % begrüßen die diesbezüglichen Aktivitäten der
Bundesregierung.

Um die EU-Vorgabe, die Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent zu
steigern, müssen die bestehenden Maßnahmen freilich noch deutlich
ausgebaut werden. "Wir müssen dynamischer werden und die
Sanierungsquote mittelfristig von derzeit 1,2 Prozent auf drei
Prozent anheben", so Mitterlehner. Als ein Mittel dafür nannte er die
Diskussionen über die Zweckbindung der Gelder zur Wohnbauförderung
der Länder im nächsten Finanzausgleich. Zudem würden auch die
Einführung von intelligenten Stromzählern und das geplante
Energieeffizienzgesetz den Energieverbrauch reduzieren.

Auch die Wirtschaftskammer spricht sich vehement für eine
Verdreifachung der Sanierungsquote aus: "Ich begrüße ausdrücklich die
Aussage des Wirtschaftsministers. Mit der jetzigen Sanierungsquote
von einem Prozent wäre der komplette Sanierungsbedarf erst in 100
Jahren erledigt." Es sei daher notwendig, dass auch die Länder bei
der thermischen Sanierung mitwirken und die Aktivitäten des Bundes
voll unterstützen. Leitl spricht sich in diesem Zusammenhang vehement
für die Wiedereinführung der Zweckbindung in der Wohnbauförderung für
Neubauten und Sanierungsmaßnahmen mit dem nächsten Finanzausgleich ab
2013. "Derzeit wird mit den Wohnbaufördermitteln, die zu einem
wesentlichen Teil aus den Lohnnebenkosten gespeist werden, nicht
ordentlich umgegangen. Wenn wir mit zahlen bedeutet das, dass wir
Geld 'anvertrauen'. Derzeit werden die Wohnbaufördermittel aber
gegenüber ihrem eigentlichen Sinn und Zweck zu einem kleineren Teil
quasi 'veruntreut'. Wir wollen, dass dies 2014 wieder in Ordnung
gebracht wird. Ansonsten werden wir diesen Teil der Lohnnebenkosten
in Frage stellen", so der WKÖ-Präsident abschließend. (SR)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0177 2012-02-16 13:11 161311 Feb 12 PWK0004 0586



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