- 16.02.2012, 10:15:32
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Huainigg und Königsberger-Ludwig: Gedenkfeier als Beitrag zur Aufarbeitung der Euthanasie an behinderten Menschen
Behinderte und nichtbehinderte Jugendliche setzen im Parlament ein wichtiges Zeichen: Vergangenheit darf sich nicht wiederholen
Wien (OTS/ÖVP-PK) - ÖVP-Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg und
SPÖ-Abg. Ulrike Königsberger-Ludwig erachten es als Sprecher für
Menschen mit Behinderung als äußerst wichtig, dass die heurige
Gedenkfeier im Nationalrat am 3. Mai behinderten Menschen und Kindern
als Opfer des Nationalsozialismus gewidmet ist.
"Es waren unverzeihliche Verbrechen, die damals an behinderten
Menschen verübt worden sind, jenseits der Menschenwürde und der
wissenschaftlichen Ethik", konstatiert Königsberger-Ludwig und meint
weiter, dass die Gedenkstätten Spiegelgrund und Hartheim Mahnmale für
die damaligen Geschehnisse sind. Huainigg betont, dass "wir die Uhr
nicht zurückdrehen können, aber wir müssen aus der Geschichte lernen,
das ist unsere moralische Verpflichtung. Besonders bei den heutigen
Diskussionen über die Bewertung von behindertem Leben - besonders am
Beginn und am Ende des Lebens - müssen wir wachsam bleiben!"
Besonderer Dank gilt den Nationalratspräsidenten Mag. Barbara Prammer
und Fritz Neugebauer, die sich für den heurigen Themenschwerpunkt
eingesetzt haben.
Anknüpfungspunkte bei der Gedenkfeier im Parlament sind das Schloss
Hartheim und der Wiener Spiegelgrund, also zwei Euthanasieanstalten
des Deutschen Reiches, in denen behinderte und pflegebedürftige
Kinder gequält und ermordet worden sind.
Am Spiegelgrund in Wien war während der "Kinder-Euthanasie" die
zweitgrößte "Kinderfachabteilung" des Deutschen Reiches angesiedelt.
Es fanden etwa 700 bis 800 Euthanasiemorde an intellektuell
behinderten Kindern statt. Federführend war der Leiter der
Säuglingsabteilung, Heinrich Gross, der dafür nie rechtskräftig
verurteilt wurde.
Das Schloss Hartheim im Bezirk Eferding (Oberösterreich) wurde 1940
zu einer Tötungsanstalt im Rahmen des NS-Euthanasieprogramms T4
umgebaut. Zwischen 1940 und 1944 starben hier mehr als 30.000
vorwiegend behinderte Menschen, die von den Nationalsozialisten als
"lebensunwert" klassifiziert worden waren.
Heute dienen sowohl das Schloss Hartheim als auch der Spiegelgrund
als Lernstätten mit besuchenswerten Ausstellungen. Huainigg und
Königsberger-Ludwig freuen sich, dass behinderte und nichtbehinderte
Jugendliche die beiden Gedenkstätten mit ihren Ausstellungen besucht
und sich in Schreib- und Medien-Workshops mit der Vergangenheit
auseinandergesetzt haben. Die Ergebnisse der Workshops werden am 3.
Mai 2012 im Hohen Haus von den Jugendlichen selbst präsentiert.
Huainigg und Königsberger-Ludwig abschließend: "Es ist ein wichtiges
Zeichen, dass nicht nur den Opfern gedacht wird, sondern dass von
behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen auch ein Faden zur
Gegenwart und zum Zusammenleben in Schule, Arbeitswelt und
Gesellschaft gezogen wird".
AVISO
PROGRAMM: Jugendprojekt anlässlich Gedenktag 2012 am 3. Mai 2012
TITEL: Reflexion und Anerkennung
10.00 Uhr: Begrüßung und Vorstellung der Gruppen sowie Programm
10.10 Uhr: Reflexion und Präsentation des Erarbeiteten
11.45 Uhr: Zusammenfassung: "Was wollen wir den Politiker/innen heute
sagen?"
12.15 Uhr: Mittagessen
13.00 Uhr: Vorbereitung auf das Zeitzeugengespräch, Vorstellung
Friedrich Zawrel
13.15 Uhr: Zeitzeugengespräch
14.15 Uhr: Diskussion und Gespräch mit dem Zeitzeugen
15.00 Uhr : Kaffeepause
15.30 Uhr: Gespräch mit Politiker/innen
17.00 Uhr: Programmende
Moderation ganztägig: Hannah Lessing
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at
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