- 15.02.2012, 12:48:19
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Dorner zu Sparvolumen im Gesundheitswesen: Hypothetisches Zahlenspiel
Zahlen ohne Inhalte - Ärzte einbinden - Gesundheitspartnerschaft notwendig
Wien (OTS) - Skeptisch reagierte der Präsident der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, auf die
Teileinigung der Steuerungsgruppe im Gesundheitsministerium über ein
Sparvolumen im Gesundheitssystem bis zum Jahr 2016 in der Höhe von
3,5 Milliarden Euro. Mit "einem hypothetischen Finanzziel" sei noch
lange keine Gesundheitsreform gemacht, kommentierte der Ärztechef am
Mittwoch in einer Aussendung.
Die Absicht zu einem "akkordierten Vorgehen zur Steuerung der
Gesundheitsversorgung zwischen Krankenhäusern und ambulantem Bereich"
sieht Dorner positiv. Jedoch müsse man dieses Vorhaben mit konkreten
Maßnahmen verbinden, was bisher verabsäumt worden sei. Der
Ärztepräsident: "Mit unverbindlicher Reformrhetorik wird das Ziel
einer verbesserten Gesundheitsbetreuung der österreichischen
Bevölkerung nicht zu erreichen sein." Zur Entlastung der Spitäler sei
etwa die konsequente Umsetzung des von der ÖÄK entwickelten Haus- und
Vertrauensarztmodelles und des ÖÄK-Konzeptes zur
Spitalsambulanzentlastung aus dem Jahre 2009 erforderlich. Außerdem
bedürfe es dringend einer Verlängerung der Ausbildung zum Arzt für
Allgemeinmedizin und der verpflichtenden Einführung eines öffentlich
finanzierten Lehrpraxis-Jahres sowie der Förderung von Gruppenpraxen.
Dorner tritt darüber hinaus "für ein einheitliches Krankenhausgesetz
und für eine übergeordnete Planung aber gegen ein Planungsmonopol und
das Fortschreiben eines falsch verstandenen Föderalismus" ein.
Die Ärzte seien durchaus bereit, Leistungen der Krankenhäuser zu
übernehmen, wenn diese entsprechend abgegolten würden, führte der
Ärztepräsident weiter aus. Es müsse sichergestellt werden, Patienten
rasch und medizinisch fachgerecht zu versorgen. Dorner: "Einfach
einsparen zu wollen ist wirklichkeitsfremd, sollte nicht auch auf die
sich ändernden demografischen Verhältnisse, den weltweiten
Fortschritt der Medizin und der Pharmakologie sowie der
Medizintechnik eingegangen werden. Zudem wird die Prävention und die
Altenpflege wesentlich mehr Bedeutung und auch finanziellen Aufwand
erfahren."
Die niedergelassenen und freiberuflich tätigen Ärztinnen und Ärzte
seien gerne bereit, zur Entlastung der Spitäler und ihrer Ambulanzen
beizutragen, so Dorner. Allerdings müsste die Ärztekammer als
gleichberechtigter Partner zu den Verhandlungen beigezogen werden:
"Da die Ärzteschaft für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung
hauptverantwortlich ist, muss sie die Reformmaßnahmen bei der
konkreten Patientenbehandlung umsetzen und auch verantworten", sagte
Dorner abschließend.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]
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