- 15.02.2012, 11:09:15
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"Österreich 2020"-Zukunftsdiskurs (1) - Schieder: Macht der Ratingagenturen einschränken
Ratingagenturen aus jeglicher gesetzlichen Verankerung lösen
Wien (OTS/SK) - "Durch Fehleinschätzungen wie das Ignorieren der
Immobilienblase, dem Auslöser der derzeitigen Krise, oder der
versehentlichen Herabstufung Frankreichs im November letzten Jahres
sind Ratingagenturen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Dennoch haben
auch wir einen Teil zur Macht der Agenturen beigetragen. Sowohl in
den USA, als auch in Europa sind Ratingagenturen immer stärker
gesetzlich verankert worden. In den derzeit geltenden europäischen
Regelungen bilden Ratings die Grundlage für die Risikogewichtung und
bestimmen damit die Höhe der notwendigen Eigenkapitalunterlegung.
Diesem Trend gilt es raschest gegenzusteuern", sagte
Finanzstaatssekretär Andreas Schieder heute, Mittwoch, im Rahmen des
"Österreich 2020"-Zukunftsdiskures zum Thema "Politik und Finanzmarkt
im Würgegriff der Ratingagenturen - Eine europäische Ratingagentur
als Lösung?" in Wien. ****
"Der Einfluss von Ratingagenturen muss reduziert werden, indem sie
aus der gesetzlichen Verankerung gelöst werden. Außerdem müssen
Ratings transparenter und strengere Haftungsregeln bei fahrlässigen
Einstufungen schlagend werden. Die Vorschläge der Europäischen
Kommission gehen dabei in die richtige Richtung, müssen aber
konsequent weiterverfolgt und verstärkt werden", betonte Schieder im
Zuge seiner Keynote.
Zur gestrigen Entscheidung der Ratingagentur Moody's Österreichs
Triple-A zu belassen, aber einen negativen Ausblick zu erwarten,
stellte der Staatssekretär fest: "Positiv ist, dass Österreichs
Triple-A damit erhalten bleibt. Mit dem Konsolidierungspaket und der
Anstrengung der österreichischen Banken, bis zum Sommer ihre
Eigenkapitalquote den europäischen Vorgaben entsprechend zu
verbessern, gehe ich davon aus, dass in Zukunft auch unser Ausblick
wieder positiv sein wird. Allerdings müssen wir feststellen: Es
braucht nachhaltige Antworten auf europäischer Ebene, damit die
gesamte Eurozone von den Märkten optimistischer betrachtet wird."
Schieder verwies weiter darauf, dass Österreichs Zinsen auf
10-Jahres-Anleihen wieder deutlich gesunken seien. "Das ist ein ganz
entscheidender Indikator für die Einschätzung der Märkte. Hier liegen
wir sehr gut und das ist jedenfalls sehr positiv zu bewerten."
(Forts.) mo/sv
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