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OTS0034   15. Feb. 2012, 09:15

Vorarlberger Wissenschaftspreise 2012 vergeben

Diesjähriger Preis geht an zwei Volkskundler


Die beiden an der Universität Tübingen
lehrenden Volkskundler Reinhard Johler und Bernhard Tschofen erhalten
den Wissenschaftspreis 2012 des Landes Vorarlberg. Der
Würdigungspreis geht an den Mediziner Christoph Säly. Den
Spezialpreis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erhält
die Chemikerin Jessica Steger-Domandl. Die feierliche Überreichung
der Preise durch Landeshauptmann Markus Wallner findet am Montag, 16.
April 2012, im Landhaus in Bregenz statt.

Die jährliche Vergabe dieses Preises zeige auf, welchen hohen
Stellenwert das Land der Wissenschaft und Forschung beimisst, sagt
Landesrätin Andrea Kaufmann: "Ob Natur- oder Geisteswissenschaften,
Medizin, Technik oder Wirtschaft - die Forschung in all diesen
Gebieten ist eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung und
den Wohlstand in unserer Gesellschaft". Der Hauptpreis ist mit 10.000
Euro dotiert, der Würdigungspreis mit 7.000 Euro. Für den
Spezialpreis werden 3.000 Euro zuerkannt.

Hauptpreisträger

"Beide Hauptpreisträger haben sich während ihrer
wissenschaftlichen Laufbahn mehrfach mit Vorarlberger Themen
beschäftigt und für Vorarlberg relevante Forschungsprojekte
durchgeführt", sagt Landesrätin Kaufmann.

Reinhard Johler wurde 1960 in Alberschwende geboren. Er studierte
Volkskunde, Geschichte, Kulturanthropologie in Wien, Mailand und
Cambridge. 2002 wurde er auf die Professur für Empirische
Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen berufen, wo er seither
auch verschiedene Funktionen, u.a. als Dekan ausgeübt hat. Johler ist
Direktor des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische
Kulturwissenschaft der Universität Tübingen.

In seinen Forschungen widmet sich Professor Johler Kulturprozessen
in Europa, wie z.B. den Themen Migration, Europäisierung oder Region,
Fragen der Diversität, Differenzen und kulturellen Vielfalt oder den
Themen Kriegserfahrung, Flucht, Vertreibung und Integration und somit
Fragen von großer Aktualität. Derzeit leitet er ein Forschungsprojekt
zu "Lawinen als Bedrohung sozialer Ordnungen", bei dem die
Lawinenkatastrophe Blons als ein Fallbeispiel dient. Auch in
zahlreichen anderen Arbeiten und Publikationen beschäftigte er sich
mit dem Land Vorarlberg, so bereits in seiner Diplomarbeit zur
Einwanderung italienischsprachiger Arbeiterinnen und Arbeiter nach
Vorarlberg um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und in seiner
Dissertation zum Brauch des Funkensonntags.

Bernhard Tschofen wurde 1966 in Bregenz geboren und studierte
Empirische Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität
Tübingen. Ab 1995 war er Universitätsassistent und ab 2001
Universitätsdozent am Institut für Europäische Ethnologie der
Universität Wien. Nach Lehraufenthalten an den Universitäten Basel,
Berlin (Humboldt-
Universität) und Frankfurt am Main ist er seit 2004 Professor für
Empirische Kulturwissenschaft/Volkskunde am Ludwig-Uhland-Institut
der Universität Tübingen.

Die Forschungs- und Lehrschwerpunkte von Professor Tschofen liegen
auf der Symbol-, Stadt- und Bergforschung und dort auf den Themen
Alpinismus und Tourismus sowie auf den Volks- und Alltagskulturen. In
seinen Forschungen beschäftigte er sich häufig mit Vorarlberger
Themen, so z.B. mit den Vorarlberger Trachten, der Bodenseeregion
oder den Schwabengängern. Anknüpfungspunkte zu Vorarlberg bieten sich
zudem u.a. durch seine Tätigkeit als Beiratsmitglied des am
Vorarlberger Landesarchiv angesiedelten Instituts für
sozialwissenschaftliche Regionalforschung.

Würdigungspreis

Christoph Säly wurde 1975 in Dornbirn geboren und ist in Bürs
aufgewachsen. 2001 schloss er sein Medizinstudium an der Universität
Innsbruck ab, anschließend begann er seine Ausbildung zum Facharzt
für Innere Medizin am Landeskrankenhaus Feldkirch und seine
wissenschaftliche Arbeit am VIVIT. 2007 schloss er die
Facharztausbildung ab, im selben Jahr habilitierte er für das Fach
Innere Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck. Seit 2007
ist Dozent Säly Mitglied des Lehrkörpers der Privaten Universität im
Fürstentum Liechtenstein. Die Forschungsschwerpunkte von Dr. Säly
liegen auf den kardiovaskulären Risikofaktoren. Die Ergebnisse seiner
Forschungen wurden in renommierten Zeitschriften veröffentlicht und
bei internationalen Fachtagungen vorgestellt. Für seine Forschungen
erhielt er bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Spezialpreis

Jessica Steger-Domandl wurde 1983 in Hohenems geboren und ist
dort aufgewachsen. 2001 begann sie an der Universität Innsbruck das
Diplomstudium Chemie mit Schwerpunkt in den Bereichen Organische
Chemie und Biochemie und schloss dieses Studium 2007 ab. Promotion
2011. Seit Juni 2011 ist sie Postdoc-Stipendiatin bei Roche
Diagnostics in Penzberg (Deutschland). In ihren Forschungen widmete
sie sich der Synthese von chemischen Substanzen, wie den
Peptidyl-tRNA-Derivaten. Während ihres Studiums konnte sie als
Universitäts- bzw. Projektassistentin an mehreren Forschungsprojekten
mitarbeiten, ihre Forschungsarbeiten wurden in verschiedenen
Fachzeitschriften veröffentlicht. Allein aus ihrer Dissertation sind
bereits mehr als fünf wissenschaftliche Veröffentlichungen
hervorgegangen.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0034 2012-02-15 09:15 150915 Feb 12 NVL0001 0675



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