• 14.02.2012, 17:00:37
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Klinisch halb tot"

Am Beispiel des AKH Wien zeigen sich die Mängel im Gesundheitssystem.

Wien (OTS) - Das Gesundheitswesen soll effizienter werden. Ja, eh.
Woran es hapert, lässt sich gut am Wiener AKH beobachten. Es ist zum
Spielball politischer Interessen zwischen Stadt und Bund geworden.
Dafür werden sogar Patientenschicksale instrumentalisiert.
Woran das AKH krankt? Unter anderem an chaotischer Organisation.
Hier wird gerne ans schwächste Glied delegiert. Das Pflegepersonal
verweigert Bürokratiekram? Dann springen eben Turnusärzte ein. Das
schmälert zwar ihre Ausbildung, aber wen kümmert's? Die Primarii
haben ohnehin zu wenig Zeit dafür, weil sie auch mit
Privatpatienten (im Spitalsjargon: "Kuschelbären") beschäftigt sind -
und zwar durchaus legal. Ihre im internationalen Vergleich moderaten
Gehälter werden vom Arbeitgeber mit der Möglichkeit zur
Nebenbeschäftigung gerechtfertigt. Dass die Mediziner gerade jetzt
aufbegehren, hat allerdings wohl auch mit der
Ärztekammerwahl-Kandidatur eines Betriebsrates zu tun.
Damit nicht genug, bräuchte das AKH dringend eine
Generalsanierung. Doch dafür fehlt Geld, weil die Stadt Wien zu viel
in ihr künftiges Vorzeigespital "Krankenhaus Nord" pumpt und die
Uniklinik daher im Sparmodus betreibt. Das Gesundheitswesen muss
besser funktionieren. Fangen wir mit dem AKH an.

Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

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