- 14.02.2012, 10:04:58
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Koch: Kirchen müssen in ethischen Fragen mit einer Stimme spreche
Vatikanischer "Ökumeneminister" bedauert fehlende Übereinstimmung z.B. in Fragen des Lebensschutzes
Innsbruck, 14.02.12 (KAP) Die christlichen Kirchen müssen in
ethischen Fragen endlich mit einer Stimme sprechen. Das hat Kardinal
Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der
Christen, eingemahnt. Kardinal Koch ist Hauptreferent einer großen
internationalen Ökumene-Tagung in Innsbruck, die noch bis Mittwoch
andauert.
Im "Kathpress"-Gespräch am Rande der Tagung betonte Koch den
grundsätzlichen Einsatz der Kirchen für den Schutz des menschlichen
Lebens von dessen Anfang bis zum Ende. In kritischen Bereichen wie
Stammzellenforschung, Abtreibung und Euthanasie würden die Kirchen
jedoch nicht mit jener einheitlichen Stimme sprechen, die um der
Glaubwürdigkeit willen notwendig wäre. Dasselbe gelte auch für den
Bereich von Ehe und Familie oder Homosexualität.
Während in einer früheren Phase der ökumenischen Bewegung das
Losungswort geheißen habe, "Glaube trennt - Handeln vereint", werde
dieses heute gleichsam auf den Kopf gestellt, bedauerte Koch.
Gegenwärtig trenne vor allem die Ethik, und der Glaube verbinde.
Kritisch merkte Koch einmal mehr an, dass im Laufe der Zeit das Ziel
der ökumenischen Bewegung stets undeutlicher geworden sei. Vor allem
von verschiedenen aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen sei
die ursprüngliche Zielvorstellung der sichtbaren Einheit im
gemeinsamen Glauben, in den Sakramenten und in den kirchlichen
Ämtern immer mehr aufgegeben worden. Anstelle dieses Ziels sei das
Postulat der gegenseitigen Anerkennung der verschiedenen Kirchen als
Teile der einen Kirche Jesu Christi getreten. Koch: "Eine solche
Zielvorstellung ist für die katholische und orthodoxe Kirche
ungenügend."
Die vielleicht schon größte ökumenische Herausforderung für die
römisch-katholische Kirche liege in der wachsenden Bedeutung der
Freikirchen, so Koch weiter. Von ganz besonderer Bedeutung sei dabei
die zahlenmäßig rapide Zunahme pfingstlerischer Gemeinschaften, die
weltweit die zweitgrößte kirchliche Gemeinschaft nach der
römisch-katholischen Kirche darstellen.
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