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OTS0082   10. Feb. 2012, 10:58

Schmied: "Internationaler Rückenwind für Österreichs Bildungsreformen"

EU-Kommission bewertet Reformweg in Österreich positiv, OECD empfiehlt Vollausbau der Neuen Mittelschule.


2009 haben sich die Bildungsminister/innen auf
freiwilliger Basis verpflichtet, die Bildungssysteme zu modernisieren
und allen Kindern, unabhängig von Einkommen und Herkunft der Eltern,
Bildung auf höchstem Niveau zu ermöglichen. Zur Erreichung der Ziele
wurden fünf europäische Benchmarks vereinbart, und zwar die Teilnahme
an vorschulischer Bildung, die Verhinderung von Schulabbruch, die
Verbesserung der Grundkompetenzen, die Steigerung der
Hochschulabsolventen oder die Teilnahme der Erwachsenen am
lebenslangen Lernen.

Die Europäische Kommission hat die Fortschritte der Mitgliedstaaten
nun analysiert und in einem Fortschrittsbericht und begleitenden
Länderstudien veröffentlicht. Der Rat der EU-BildungsministerInnen
nimmt heute in Brüssel den Bericht an.

Anerkennung gibt es für Österreich, weil trotz der Wirtschafts- und
Finanzmarktkrise im Bildungsbereich nicht gekürzt wird und der
Reformpfad in die richtige Richtung weise. Die öffentlichen
Investitionen Österreichs in den Bildungsbereich liegen weiterhin
deutlich über dem EU-Durchschnitt.

Schon am Donnerstag erschien ein OECD-Bericht, in dem unter anderem
die Einführung der Neuen Mittelschule als ein erster Schritt zu einem
längeren gemeinsamen Lernen und einer späteren Selektion
hervorgehoben wird sowie weitere Schritte zu einer gemeinsamen Schule
dringend empfohlen werden.

Beide Berichte stellen unisono fest, dass die bereits begonnen
Reformen dazu führten, dass die Zahl der SchulabbrecherInnen
international deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Insgesamt fällt
die Beurteilung der Fortschritte Österreichs positiv aus. "Ich freue
mich, dass unsere Reformen im Bildungsbereich international so
starken Rückenwind durch die EU und die OECD bekommen", so
Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied. "Beide Institutionen
bestätigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Ebenso
wichtig ist mir die Feststellung, dass wir auf diesem Reformweg
weiter voranschreiten müssen."

Reformen wie die Einführung der Neuen Mittelschule, der neuen
Oberstufe, des verpflichtenden Kindergartenjahres und der Ausbau der
Nachmittagsbetreuung werden international als wirksame Maßnahmen
gesehen, um Chancengerechtigkeit unabhängig vom sozioökonomischen
Hintergrund der Jugendlichen zu verwirklichen. Die Bildungsministerin
dazu: "Besonders die Neue Mittelschule zeichnet sich durch
Individualisierung und gezielte Förderung aus. Sie erhöht die
Chancengerechtigkeit des Bildungssystems. Ziel ist es, auf jede
Schülerin, jeden Schüler und deren persönliche Begabungen einzugehen,
denn jeder ist Elite."

Die EU-Kommission lobt Österreich explizit für die Maßnahmen zur
Senkung der Schulabbrecherquote. Diese lag im Jahr 2010 auf einem im
EU-Vergleich niedrigen Wert von 8,7%. Dieser Wert konnte im Jahr 2011
auf 8,3% gesenkt werden.

Weiters anerkennt die EU-Kommission, dass die Anzahl der 4-Jährigen,
die einen Kindergarten besuchen, auf 91,3% gestiegen ist und
Österreich zu jenen sechs EU-Ländern zählt, die eine umfassende
Strategie für lebenslanges Lernen entwickelt haben. Das kostenlose
Nachholen von Bildungsabschlüssen wird dabei als eine wichtige
Maßnahme gesehen.

Handlungsbedarf sehen EU-Kommission und OECD bei der Förderung der
Chancengerechtigkeit im Bildungssystem, insbesondere für Menschen mit
Migrationshintergrund. Bildungsministerin Schmied nimmt das zum
Anlass, weitere Schulreformen anzustreben: "Beide internationalen
Berichte zeigen, dass in einigen Bereichen in Österreich noch
Verbesserungsbedarf besteht. Sie bestärken mich in der Fortsetzung
der begonnen Reformen."

Weitere Informationen: www.bmukk.gv.at/europa

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0082 2012-02-10 10:58 101058 Feb 12 MUK0001 0493



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