"Anheben des Pensionsantrittsalters ist nur die halbe Miete"
Wien (OTS) - Anlässlich der Haushaltssanierungsdebatten werden
neuerlich die Stimmen, die nach Anhebung des Pensionsantrittsalters
rufen laut. "Die Anhebung des Pensionsantrittsalters auf
internationales Niveau ist begrüssenswert und überfällig, ist jedoch
nur die halbe Miete" meint Barbara Kolm, Generalsekretärin des
Friedrich A. v. Hayek Instituts und warnt, dass diese Maßnahme
alleine keine ausreichende Reformierung darstellt.
Die Mitgliedsstaaten der EU sehen sich mit den zunehmenden
Problemen einer immer älter werdenden Bevölkerung konfrontiert.
Deshalb sind grundsätzliche Änderungen nötig und werden in manchen
Mitgliedsländern auch schon umgesetzt. Der Umstieg von einem
umlagebezogenen auf ein kapitalgedecktes Pensionssystem ist laut Frau
Dr. Kolm, dringend erforderlich. Außerdem sollten Modelle wie das
schwediche, das Arbeitnehmern durch Incentives den späteren
Pensionsantritt attraktiver macht, geprüft und für die
österreichischen Gegebenheiten adaptiert werden.
Grunsätzlich ist zu diskutieren, so Dr. Kolm, ob ein System, das
Menschen sozusagen zwangspensioniert nicht den Werten einer
Gesellschaft, die die individuelle Freiheit zu ihren Grundwerten
zählt widerspricht.
Das kapitalgedeckte Pensionssystem kann die verdeckte
Staatsschuld, die aus der bisherigen Pensionsfinanzierung resultiert
abbauen, die Versicherten könnten in Summe höhere Pensionen erwarten,
das Antrittsalter könnte durch Anreize reguliert werden. Dr. Barbara
Kolm rät, die Arbeitnehmer mit ihrem umfassenden Know-How und Wissen
produktiver und effizienter zu beschäftigen. Statt Steuererhöhungen
sollte Priorität auf die vermehrte Schaffung von Arbeitsplätzen
gesetzt werden und so auch die Möglichkeit der Verlängerung der
Lebensarbeitszeit geboten werden. Prinzipiell muss das Pensionssystem
flexibler auf individuelle Bedürfnisse reagieren und "bevor
irgendwelche anderen Maßnahmen wie Steuererhöhungen getroffen werden,
muss endlich die Ineffizienz, die aus der Vielzahl der
Pensionsversicherungsträger resultiert und die Intransparenz der
Versicherungen beendet werden.", sagt Dr. Kolm.
Elaine Donohue,
(+43 1) 505 1349-31
elaine.donohue@hayek-institut.at















