- 09.02.2012, 17:00:31
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Kleine Pensionsschritte"
Die Regierung nutzt nicht die Gunst der Stunde für einschneidende Reformen.
Wien (OTS) - Ein bisschen wird jetzt also am Pensionssystem
geschraubt, wo doch das Sparpaket ein guter Anlass gewesen wäre,
Größeres zu bewegen: Trotz steigender Lebenserwartung ist das
Pensionsantrittsalter ja - gegen den internationalen Trend - sogar
gesunken. Die Österreicher müssen später in Pension gehen.
Aber wenn Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung im Chor
mit allen Experten seit Jahr und Tag dafür plädieren, so müssen sie
sich auch selbst an der Nase nehmen. Denn künftig darf es den
Unternehmen nicht mehr so leicht gemacht werden, ihre teuren, älteren
Dienstnehmer in die Pension zu drängen und deren Finanzierung dem
Staat aufzuhalsen. Die Arbeitnehmerseite hat recht, wenn sie fragt,
wo denn bitte die Jobs für die Älteren sind. Umgekehrt ist aber auch
klar, dass manche Altersprivilegien nicht mehr zu halten sind -, weil
sie sich sehr oft als Hindernis für die Wiedereinstellung Älterer
entpuppt haben, etwa deren erhöhter Kündigungsschutz. Das hat einen
Teufelskreislauf ausgelöst: Wenn eine Firma fürchten muss,
Arbeitnehmer über 50 (genauso wie Behinderte) kaum je mehr
loszuwerden, wird man sich hüten, sie einzustellen. Aber an diese
heiklen Themen haben sich die Sparpaketsverhandler offenbar nicht
herangewagt.
Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601
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