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OTS0058   9. Feb. 2012, 10:17

Industrie: Rohstoffversorgung ist standortentscheidendes Thema

IV-VGS Koren: Neue IV-Initiative "Rohstoffsicherheit 2020+" ins Leben gerufen - Positionspapier mit zentralen Strategien, Maßnahmen und Aktivitäten erarbeitet


"Rohstoffe sind die Grundlage jeder industriellen
Produktion. Damit ist die sichere Verfügbarkeit von Rohstoffen zu
fairen, d.h. international vergleichbaren Preisen eine der
bedeutendsten Voraussetzungen für den Erhalt und das Wachstum der
industriellen Basis in Österreich und in Europa", betonte der
Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Peter
Koren, bei der heutigen Pressekonferenz gemeinsam mit Mag. Dr. Peter
Untersperger, Vorstandsvorsitzender der Lenzing AG, Dr. Manfred Hödl,
Vorstandsmitglied der RHI AG und Hans Roth, Vorsitzender des
Aufsichtsrates der Saubermacher Dienstleistungs AG.

Verschiedenste Entwicklungen auf nationaler, europäischer und
internationaler Ebene hätten in den vergangenen Jahren zu deutlich
steigenden Preisen bei Rohstoffen geführt, sodass deren Anteil an den
Gesamtkosten der Unternehmen mittlerweile bei durchschnittlich rund
40 Prozent, bei sektorspezifischen Werten bis zu 60 Prozent liege.
Gleichzeitig erweise sich die Verfügbarkeit von Rohstoffen als
zunehmend unsicher. "Vor diesem Hintergrund soll die neue
IV-Initiative Rohstoffsicherheit 2020+ unter dem Vorsitz von Dr.
Peter Untersperger dazu beitragen, die für den Erhalt und die
Weiterentwicklung einer starken industriellen Basis in Österreich und
in Europa unabdingbare Versorgung von nichtenergetischen Rohstoffen
sicherzustellen", sagte Koren. Neben der Darstellung der bereits
erbrachten Leistungen, die die heimische Industrie zu einer der
ressourceneffizientesten der Welt machen, seien im Rahmen dieser
Initiative die zentralen notwendigen Strategien, Maßnahmen und
Aktivitäten für eine sichere und kostengerechte Rohstoffversorgung
der österreichischen Industrie identifiziert und in einem
Positionspapier dargestellt worden. "Mit dieser Initiative und dem
vorliegenden Positionspapier haben wir eine klare Agenda geschaffen,
die wir in den kommenden Monaten an die Politik herantragen werden",
so der IV-Vize-Generalsekretär.

Zwt.: Untersperger: Offensive Rohstoffdiplomatie der EU und
Österreichs gefordert

Mag. Dr. Peter Untersperger, Vorstandsvorsitzender der Lenzing AG,
sah die aktuelle und künftige Situation auf den Rohstoffmärkten
unmittelbar verknüpft mit den sich dramatisch verschiebenden
Relationen in der globalen Wirtschaft. "Wenn China mittlerweile fast
50 Prozent der globalen Eisenerzproduktion und über rund 40 Prozent
der weltweiten Kohle-, Blei-, Zink-, Aluminium-, Kupfer- und
Nickelproduktion konsumiert, ist es hoch an der Zeit, dass sich auch
in der EU die Spitzenpolitik mit diesem fundamentalen Standortthema
ernsthaft auseinander setzt" appellierte Untersperger. "Nicht nur im
Konsum von Rohstoffen ist China mittlerweile führend sondern auch im
strategischen Vorgehen, um sich neue Rohstoffvorkommen zu sichern"
untermauerte Untersperger die Forderung der Initiative
"Rohstoffsicherheit" nach einer offensiven Rohstoffdiplomatie auch
der EU und Österreichs.

Zwt.: Hödl: Fairer Zugang zu Rohstoffen für alle zu gleichen
Bedingungen gefordert

"Als rohstoffintensives Unternehmen hängen wir am globalen
Rohstoff-Tropf: mehr als die Hälfte unserer Produktkosten sind
Rohstoffkosten. Diese Kosten sind bei einigen Rohstoffen innerhalb
eines Jahres um bis zu 100 Prozent gestiegen. Was aber noch schwerer
wiegt: diese Rohstoffe sind nur zu einem geringen Anteil oder gar
nicht in Europa verfügbar und liegen oft in den Händen einiger
weniger Staaten, die damit eine protektionistische Rohstoff-Politik
betreiben. Das hat einen enormen Wettbewerbsnachteil für uns und
viele europäische Unternehmen zur Folge. Daher fordern wir den fairen
Zugang für alle zu gleichen Bedingungen. Dazu benötigen wir die
Unterstützung der Politik für bessere Rahmenbedingungen wie zum
Beispiel Handelsabkommen zwischen rohstoffreichen und
rohstoffimportierenden Ländern", betonte Dr. Manfred Hödl,
Vorstandsmitglied der RHI AG.

Die Industrie sei aber auch selbst in der Pflicht und daher
konzentriere sich die RHI AG vorrangig auf die Erhöhung der
Rohstoffeigenversorgung. "Durch zwei neue europäische
Rohstoffquellen, den kontinuierlichen Ausbau der bestehenden
Bergbau-Kapazitäten in Europa sowie der verstärkten Nutzung von
Sekundärrohstoffen wollen wir mittelfristig von außereuropäischen
Rohstoffquellen weitgehend unabhängig werden", so Hödl.

Zwt.: Roth: Recycling sichert die Versorgung

"Die konsequente Verwertung von Altstoffen ist Rohstoffgewinnung
auf höchstem Niveau. Deshalb sagen wir "Nein" zum Andienungszwang,
und damit sagen wir auch "Nein" zum Verlust von Rohstoffen", betonte
der Vorsitzender des Aufsichtsrates der Saubermacher Dienstleistungs
AG, Hans Roth. Er spreche sich dringend für die Unterstützung von
Forschung und Entwicklung aus, um stoffliche Verwertungsquoten zu
erhöhen.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
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