Weiter Kritik an LH Pühringer wegen Teilnahme am Burschenbundball: Burschenschaft des Ballpräsidenten verwendete Nazi-Symbol
Wien (OTS) - Die Burschenschaft "Arminia Czernowitz zu Linz" hat
eine lange rechtsextreme Tradition. Als 1980 Norbert Burger, der Chef
der Nationaldemokratischen Partei (NDP), bei der
Bundespräsidentenwahl kandidierte, trat die "Arminia" dem Komitee
"Waffenstudenten für Dr. Burger" bei. Acht Jahre später wurde die NDP
wegen NS-Wiederbetätigung aufgelöst.
Der "Armine" Detlef Wimmer, FPÖ-Obmann und Stadtrat in Linz, darf
beim Bundesheer nicht Offizier werden. Ausdrücklicher Grund: seine
rechtsextremen Kontakte. 2007 brachte Wimmer beim zuständigen
Parlamentsausschuss eine Beschwerde ein. Nach genauer Prüfung
bestätigte der Ausschuss die Entscheidung des Bundesheeres.
Ebenfalls der "Arminia" gehört der freiheitliche EU-Abgeordnete
Franz Obermayr an. Er sorgte erst jüngst für negative Schlagzeilen,
als er den Demonstranten gegen den Wiener WKR-Ball "Pogrom-Stimmung"
unterstellte. Obermayr fungiert auch als Präsident des
Burschenbundballs, der an diesem Samstag in Linz stattfinden soll.
Die "Arminia" ist - neben der "Brixia" und den "Oberösterreicher
Germanen" - die wichtigste Trägerin des Balls.
2010 führte die "Arminia" eine Veranstaltung mit dem deutschen
Rechtsextremisten und Antisemiten Richard Melisch durch. Für die
Bewerbung der Veranstaltung verwendete sie ein Plakatmotiv der NSDAP
- eine Faust, die eine Schlange im Würgegriff hat. Dabei steht die
Faust für "das Deutschtum", die Schlange für "das Judentum". Die
braune Graphik taucht auch bei Neonazi-Märschen auf. (Bildmaterial
auf www.mkoe.at/aktuelles)
"Was zeigt den ewiggestrigen Hintergrund des Burschenbundballs
deutlicher, als dass die Burschenschaft des Ballpräsidenten ein
Nazi-Symbol verwendet hat?", fragt Robert Eiter, Sprecher des oö.
Antifa-Netzwerks. "Landeshauptmann Pühringer kann an diesem Ball nur
teilnehmen, wenn er die Augen vor den Tatsachen verschließt."
"Im Namen der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers
Mauthausen appellieren wir an Landeshauptmann Pühringer und an die
Vertreter der Kepler-Universität, dem Burschenbundball
fernzubleiben!", erklärt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen
Komitee Österreich (MKÖ). "Aus der Geschichte gelernt hat der, der
rechtsextreme Tendenzen beim Namen nennt, statt ihnen ein Alibi zu
verschaffen."
Tel.: 0664-103 64 65














