Papst zu Fastenzeit: Caritas bedeutet Hilfe für Leib und Seele
"Lasst uns aufeinander achten und uns zu Liebe und zu guten Taten anspornen"
Vatikanstadt, 07.02.12 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat die Gläubigen
in der bevorstehenden Fastenzeit zu Nächstenliebe, Gebet und Sorge
für das Wohl des ganzen Menschen - Leib und Seele - aufgerufen. Ein
Christ dürfe nicht unbeteiligt und gleichgültig gegenüber dem
Schicksal des Mitmenschen sein, betonte er in seiner Botschaft zur
Fastenzeit, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Die Botschaft
wurde im Rahmen einer Pressekonferenz im Vatikan vorgestellt, die
der Präsident des päpstlichen Rats Cor Unum
("Entwicklungshilfe-Ministerium"), Kardinal Robert Sarah, leitete.
In der Botschaft erinnert der Papst, dass neben der Sorge um das
leibliche Wohl zu christlicher Caritas auch die Verantwortung für
das geistliche Wohl durch eine "brüderliche Zurechtweisung" gehöre.
Heute bestimmten häufig Gleichgültigkeit und Interesselosigkeit
statt gegenseitigem Verständnis und Sorge füreinander das
gesellschaftliche Leben. Es herrsche ein "Mangel an
Geschwisterlichkeit".
Materieller Reichtum und Übersättigung, aber auch der Vorrang der
persönlichen Interessen verhinderten die Hinwendung zum Mitmenschen.
Ursache sei vielfach ein Egoismus, der sich den Anschein der Achtung
der Privatsphäre gebe.
Demgegenüber verlange das große Gebot der Nächstenliebe
Aufmerksamkeit für das Wohl des anderen und für dessen gesamtes
Wohl. Papst Benedikt XVI.: "Niemals dürfen wir unfähig sein, Mitleid
zu empfinden mit den Leidenden; niemals darf unser Herz von unseren
Angelegenheiten und Problemen so in Anspruch genommen sein, dass es
taub wird für den Schrei des Armen."
Die sechseinhalbwöchige Fastenzeit, auch vorösterliche Bußzeit
genannt, reicht von Aschermittwoch (22. Februar) bis Ostern (8.
April). Die diestjährige Fastenbotschaft des Papstes steht unter dem
Leitwort: "Lasst uns aufeinander achten und uns zu Liebe und zu
guten Taten anspornen".
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