Grüne/Holub: Offener Brief an ÖVP-Klubobmann Stephan Tauschitz betreffend Hypo-Untersuchungsausschuss
Die Wahrheit kann man sich in einem Untersuchungsausschuss nicht kaufen, sondern nur erarbeiten!
Klagenfurt (OTS) - Lieber Stephan Tauschitz,
mit deinen neuesten, (bezahlten) Meldungen bezüglich unseres
Endberichts im Hypo-Untersuchungsausschuss bestätigst du uns deine
Rolle während des zweijährigen Ausschusses abschließend auf geradezu
vorbildhafte Weise: Während du in den Ausschuss-Untersuchungen zum
Hypo-Skandal ständig unter der Aufmerksamkeitsschwelle agiert hast,
versuchst du nun mit polemischen Attacken unsere Ergebnisse zu
diskreditieren.
Deine Kritik an unseren Schlussfolgerungen geht selbstverständlich
völlig ins Leere: Wie du selbst zugibst, hat die ÖVP unseren über 700
Seiten starken Bericht, der damit der detaillierteste und
umfangreichste Endbericht eines Untersuchungsausschusses in der
Geschichte des Kärntner Landtags ist, nicht einmal vollständig
gelesen.
Man möchte daher dazu verleitet sein, deine Kritik an unseren
Ergebnissen als billig abzutun, wenn man es nicht besser wüsste:
Schätzungen zufolge kostet deine Inseratenkampagne immerhin mehrere
hunderttausend Euro - auf Kosten der Kärntner Steuerzahlerinnen und
Steuerzahler, versteht sich. Die Kärntnerinnen und Kärntner für deine
Selbstinszenierung bezahlen zu lassen, scheint wohl dein letzter
Ausweg für positive Berichterstattung zu sein. Gerade im Zuge der
momentanen Kältewelle frage ich dich jedoch: Wäre es nicht
sinnvoller, auf sündteure Inserate zu verzichten und stattdessen die
vielen tausend Euro dafür in die Hand zu nehmen, um Menschen in
unserem Land zu helfen, die nicht mehr wissen wie sie ihre Heizkosten
bezahlen sollen?
Während diese Entscheidung ganz bei der ÖVP liegt, ist eine andere
durch euer Verhalten im Ausschuss bereits gefallen: Keinen Beitrag
zur Aufklärung der Hypo-Causa zu leisten und lieber den Deckmantel
des Schweigens über alles breiten zu wollen - dafür steht die
Kärntner ÖVP seit dem Millionenhonorar für Dietrich Birnbacher. Eines
sei dir daher abschließend noch gesagt: Die Wahrheit kann man sich in
einem Untersuchungsausschuss nicht kaufen, sondern nur erarbeiten.
Unser 700-Seiten-Bericht zeugt davon.
Wir hoffen, dass du es doch noch der Mühe wert findest, ihn zu lesen.
Es zahlt sich aus!
Mit besten Grüßen,
LAbg. Rolf Holub
Vorsitzender des Hypo-Untersuchungsausschusses im Kärntner Landtag
(Schluss)
Landhaus
9020 Klagenfurt














