Stichworte: Alternativen, Energie, Klima, Preise, Umwelt Channel: Wirtschaft
OTS0126   6. Feb. 2012, 12:40

Fernwärme: Preisstabil und umweltfreundlich

Mit dem Ausbau von Fernwärme und Fernkälte kann Österreich seine Umwelt- und Klimaziele einfach und günstig erreichen.


Aber nur dann, wenn der Wirtschaftsminister den
Ausbau der Fernwärmenetze stärker als bisher unterstützt, den dafür
vorgesehenen Rahmen von 60 Millionen Euro auch voll ausschöpft und
damit den Unternehmen eine klare Vorgabe in Richtung Energieeffizienz
vorgibt.

Für den Ausbau von Fernwärme und Fernkälte sieht das Wärme- und
Kälteleitungsausbaugesetz seit dem Jahr 2009 jährlich
Investitionszuschüsse von bis zu 60 Millionen Euro vor. Kumuliert
wären das bereits 240 Millionen Euro für den weiteren Ausbau der
sauberen Wärme. "Das sind Mittel, die wirklich wichtig wären", sagt
der stellvertretende Obmann des Fachverbandes Gas Wärme, Gerhard
Fida, Direktor der Fernwärme Wien GmbH.

Bis dato wurden seit 2009 erst rund 55 Millionen Euro effektiv
bewilligt, zu einer Auszahlung ist es bis heute nicht gekommen. Dabei
könnte Österreich mit der Förderung des Fernwärme- und
Fernkälteausbaus gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:
Erstens könnten künftig nationale Vorgaben in Bezug auf die
europäischen Klimaziele leichter eingehalten und so die Umwelt
geschützt werden. Gerade durch das Erfüllen der Klimaziele könnten
Strafzahlungen vermieden werden. "Trotz allgemeinen Sparvorgaben ist
es also nicht sinnvoll, gerade bei der Energieeffizienz und damit bei
der Fernwärmeförderung zu sparen", sagt der Bereichssprecher Wärme im
Fachverband Gas Wärme, Wolfgang Dopf, Vorstandsdirektor der Linz AG.

Eine Win-win-Situation: Fernwärme ist günstig und umweltfreundlich

Das Forcieren von Fernwärme hat nicht nur für die öffentliche Hand
positive Effekte. "Auch private Haushalte profitieren von den
konstant günstigen Preisen, der besseren Energieeffizienz, weniger
CO2 und weniger Feinstaub", sagt Fida: "Daher ist der Ausbau der
Fernwärmenetze zu Recht eines der vorrangigen Ziele des
EU-Energieeffizienzplans."

Heizen mit Fernwärme ist nicht nur bequem, energieeffizient und
zuverlässig, sondern auch in höchstem Maß umweltverträglich: zwischen
70 und 75 Prozent der Fernwärme in Österreich stammen aus Kraftwerken
mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die Nutzung der Abwärme aus den
Stromerzeugungsanlagen lässt diese Anlagen einen Wirkungsgrad von bis
zu 90 Prozent erreichen. "Das ist hinsichtlich der Energieeffizienz
in der Fernwärmeaufbringung Weltklasse", so Dopf.

Der für die Fernwärmeerzeugung erforderliche zusätzliche
Rohstoffeinsatz von Brennstoffen wie Erdgas oder Biomasse kann so
deutlich gesenkt werden. Durch diesen geringeren Verbrauch kommt es
zu einer Verringerung des durch Raumwärme verursachten CO2-Ausstoßes.
Alleine in Wien werden durch die Versorgung mit Fernwärme jedes Jahr
rund zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden. Österreichweit
beträgt die Reduktion rund drei Millionen Tonnen CO2.

In den modernen KWK-Anlagen werden Luftfilter der jüngsten
Generation eingesetzt. Dadurch gelangt kaum noch Feinstaub in die
Umwelt. Fernwärme ist mit dafür verantwortlich, dass die Luftqualität
insbesondere in den Städten spürbar steigt. Viele kleine Heizungen
werden durch zentrale, hocheffiziente und saubere Anlagen ersetzt.
Darüber hinaus leistet Fernwärme einen Beitrag gegen die globale
Erwärmung.

Fernwärme schafft Flexibilität und somit den erneuerbaren
Energieträgern umfassende Einsatzmöglichkeiten
Wurde früher zur Fernwärmeaufbringung vor allem Kohle und Heizöl
Schwer eingesetzt, kommen heute Abwärme aus der Stromerzeugung (meist
auf Basis Erdgas), Abwärme aus der thermischen Verwertung von Müll
und Reststoff, industrielle Abwärme sowie Biomasse zum Einsatz.
Ein wassergeführtes Heizsystem - quasi die Zentralheizung einer Stadt
- ermöglicht den Einsatz unterschiedlichster Energieträger in der
Erzeugung.

So kann beispielsweise schon heute Wärme aus Biomasse effizient
und sauber zu vielen Wohnungen transportiert werden, ohne dass die
Bewohner sich um Brennstoffmanipulation und Holzlagerung kümmern
müssen.

Immer mehr Österreicher bauen auf Fernwärme

758.000 Wohnungen oder 21 Prozent der Haushalte in Österreich
werden derzeit mit Nah- und Fernwärme beheizt. Die beste
Netzanbindung besteht in den Ballungsräumen wie Linz, Wien, Graz oder
Salzburg. Daneben gibt es in ganz Österreich zahlreiche
Ortsfernwärmenetze.

Die gesamte Netzlänge beträgt in Österreich derzeit insgesamt
4.140 Kilometer. Das entspricht der Distanz von Wien nach Madrid und
retour. Derzeit werden jährlich rund 75 Kilometer zugebaut. "Das
Potenzial ist aber weitaus größer: Der Fernwärmeverkauf hatte in den
vergangenen Jahren Wachstumsraten von bis zu elf Prozent. Seit 1990
hat sich die Nachfrage verdreifacht", sagt Dopf.

Fernwärme: Die preisstabilste Heizform

Während große Preisschwankungen auf dem Brennstoffmarkt auf der
Tagesordnung stehen, bleibt Fernwärme weiterhin günstig und
preisstabil. Der im Durchschnitt des Jahres 2011 zu zahlende
Fernwärmepreis lag nur 1,1 Prozent über jenem des Vorjahres und damit
deutlich unter der Inflationsrate von 3,3 Prozent. Bei anderen
Heizformen wie etwa Heizöl hat die jährliche Teuerung zuletzt bis zu
21 Prozent betragen.

"Eine konsequente Nutzung all dieser Vorteile setzt allerdings den
weiteren Ausbau der Fernwärme voraus", unterstreicht Fida: "Das ist
gut investiertes Geld. Denn insbesondere die sinnvolle und
wirtschaftliche Nutzung von Abwärme hat enormes Potenzial."

Über den Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen
Der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW) ist
die unabhängige gesetzliche Interessenvertretung der österreichischen
Gas- und Wärmewirtschaft. Als diese nimmt der FGW bei den Themen
Globalisierung, Marktliberalisierung und Versorgung eine wichtige
Stellung ein.

Darüber hinaus kommt den im FGW vertretenen Branchen in
Umweltschutz- und Klimafragen besondere Bedeutung zu. Mit der
Bereitstellung der umweltfreundlichen Energieformen Erdgas, Biogas,
Fernwärme und Fernkälte sind die FGW-Mitgliedsunternehmen dazu
prädestiniert, eine Schlüsselposition bei der Bewältigung anstehender
Probleme auf diesem Gebiet einzunehmen.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0126 2012-02-06 12:40 061240 Feb 12 FGG0003 0832



Fachverband Gas Wärme Zur Pressemappe

Rückfragehinweis: Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW)
Mag. Michael Mock
Geschäftsführer
Mail: mock@gaswaerme.at
Tel: +43/1/513 15 88/13
Web: www.gaswaerme.at

Aussendungen von Fachverband Gas Wärme abonnieren: als RSS-Feed per Mail

Geokoordinaten:


Errechnete Personen: