- 06.02.2012, 12:16:50
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Junge Industrie zu Pensionen: "5 nach 12 - endlich strukturell handeln!"
JI-Bundesvorsitzende Niss: Brauchen endlich echte strukturelle Reformen - Reformverweigerer versündigen sich an Zukunft des Landes und der Jüngeren
Wien (OTS) - Als "in höchstem Maße bedenklich" bezeichnete die
Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI) Dr. Therese Niss die
aktuelle Debatte über mögliche Einsparungen im Pensionssystem: "Es
macht nicht gerade hoffnungsfroh, wenn selbst die bisher
kolportierten, möglichen und geringen Reformschritte im
Pensionsbereich gleich wieder von allen Seiten als absolute Tabus
abgelehnt werden. Im Interesse der jüngeren Generationen und des
gesamten Landes muss vor weiteren, rein kosmetischen Reformschritten
im Pensionsbereich dringend gewarnt werden! Es ist längst nicht mehr
fünf vor, sondern bereits fünf nach Zwölf - alle Reformverweigerer
versündigen sich hier an unser aller Zukunft und insbesondere an den
jüngeren und kommenden Generationen", so Niss.
Österreich müsse sich möglichst rasch wieder den finanziellen
Spielraum für eine Erhöhung der Zukunftsinvestitionen in Bildung,
Forschung und Entwicklung sowie intelligente Infrastruktur
erarbeiten. "Wir plädieren dabei keineswegs für einen Sozialabbau -
noch haben wir in Österreich die Möglichkeit, eine
Budgetkonsolidierung allein durch strukturelle Reformen zu stemmen.
Auch die Reformverweigerer müssen endlich einsehen, dass
Schuldenmachen immer unsozial und unfair ist." International gebe es
inzwischen genügend warnende Beispiele: "Wenn wir nicht heute mit dem
Schuldenmachen aufhören, müssen wir morgen womöglich wirklich den
Sozialstaat beschneiden. Wer sich jetzt strukturellen Reformen
verweigert, der will offenbar zum Totengräber des österreichischen
Sozialstaates sowie des heimischen Wohlstandes werden", so Niss.
Gerade im Pensionsbereich seien mutige Reformen seit Jahren
überfällig.
So sei Österreich nach wie vor "Frühpensions-Weltmeister": "Nur
hie und dort ein wenig am Antrittsalter zu schrauben bringt zu wenig,
wir müssen wirklich alle Schlupflöcher in die Frühpension schließen -
und zwar vollständig!" So sei es etwa völlig unverständlich, dass
etwa bei der 'Hacklerregelung' nur über eine mögliche Anhebung des
Antrittsalters diskutiert werde: "Die 'Hacklerregelung' war
ursprünglich als reine Übergangslösung gedacht - sie muss endlich
weg, und zwar so schnell wie möglich!" Es sei einfach unverständlich,
dass in Österreich seit Jahren die Fakten ignoriert würden, so Niss:
"Die Lebenserwartung steigt - zum Glück - seit Jahrzehnten
kontinuierlich an. Zudem müssen immer weniger Junge immer mehr
Pensionen finanzieren. Gleichzeitig aber ist die durchschnittliche
Arbeitszeit seit den 70er Jahren gesunken! Selbst ein Volksschulkid
kann sich ausrechnen, dass sich das nie ausgehen kann." Standen 1970
43 Arbeitsjahren noch 34 Nichtarbeitsjahre gegenüber so hat sich 2010
das Verhältnis umgedreht: 35 Arbeitsjahre standen bereits 48
Nichtarbeitsjahren gegenüber. "Wer angesichts dieser Entwicklung noch
von 'Gerechtigkeit' spricht, der hat wohl die Realität nicht ganz
verstanden" betonte die Bundesvorsitzende.
Wer vor seiner Zeit in Frühpension gehe, solle dies zudem auch
deutlicher zu spüren bekommen als jetzt, so Niss: "Auch die OECD hat
wiederholt kritisiert, dass die heimischen Abschläge bei
Frühpensionierungen viel zu niedrig sind - Abschläge in der Höhe von
7 Prozent wie von der OECD gefordert müssen hier das Minimalziel
sein! Wer auf unsolidarische Weise und zu Lasten der Jüngeren früher
in Pension geht, soll auch dementsprechend weniger bekommen - alles
andere wäre unfair!" Es sei hier blauäugig zu glauben, man könne die
Menschen nur mit "soften" Anreizen zu einem späteren Pensionsantritt
bewegen, wie die Bundesvorsitzende betonte: "Solange es möglich ist,
früher in Pension zu gehen, wird dies auch genutzt werden - halbe
Maßnahmen reichen hier nicht mehr aus!" Daher müsse an allen
Schrauben im Pensionssystem - von einer früheren Anhebung des
Frauenpensionsantrittsalters bis hin zur Eindämmung der
Invaliditätspensionen - gedreht werden.
Rückfragehinweis:
Junge Industrie Mag. Martin Amor Bundesgeschäftsführer Tel.: +43 1 71135-2309 mailto:[email protected] www.jungeindustrie.at
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