Weniger ist mehr: Der Nationalratssaal - sensible Adaptierung der Ikone der 50er Jahre statt Radikalumbau
PK am 9. 2. 2012
docomomo austria lädt zur Pressekonferenz
Wien (OTS) - Der 1956 eröffnete Plenarsaal des Parlaments ist eine
Ikone der Nachkriegsarchitektur. Er droht von unseren Parlamentariern
in trauter Gemeinsamkeit geopfert zu werden - vermutlich aus
Unverständnis. Mehr Respekt gegenüber diesem Werk von Max Fellerer
und Eugen Wörle ist dringend notwendig. Die mit 300 Millionen Euro
veranschlagten Umbauten im Parlament auf der Wiener Ringstraße
brauchen eine radikal "abgespeckte" Variante, auch angesichts
angekündigter Sparpakete.
Die renommierten Architekten Fellerer und Wörle konnten mit dem
Nationalratssaal im Parlament mit einfachen Mitteln und dem Einsatz
hochwertiger Materialien souverän ein Raumerlebnis von nobel
zurückgenommener Eleganz erzielen. Der geplante Radikalumbau
überschreitet die Grenzen für sinnvolle und akzeptable Veränderungen
bei weitem: Er ist dem bedeutenden Saal als Baudenkmal, einzigartiger
Architektur und zentralem Symbol der Zweiten Republik nicht zumutbar.
Der Quasi-Neubau würde annähernd die gesamte Bausubstanz und die
einzigartige Atmosphäre des Saals vernichten.
Dringender Handlungs- oder gar Erneuerungsbedarf ist weder bei
Ausstattung noch Mobiliar notwendig. Das zeigt das Gutachten
"Konservatorische Bestandsaufnahme, Zustandsbewertung und
Maßnahmenempfehlung" fundiert und umfassend. Im September 2010
übergab die Universität für angewandte Kunst (Institut für
Konservierung und Restaurierung) die Studie der Parlamentsdirektion
als ihrem Aufraggeber, der das Gutachten allerdings bis Ende 2011
unter Verschluss hielt. Jetzt ist es öffentlich.
docomomo austria ist die österreichische Arbeitsgruppe der
weltweit aktiven Vereinigung von Fachleuten zum Zweck der
"Documentation and Conservation of buildings, sites and
neighbourhoods of the Modern Movement". Diese Vereinigung berät die
UNESCO in Fragen der Erhaltung der Architektur der Moderne und
erhielt am 21. März 2008 den offiziellen Status "ONG with official
operational relation with UNESCO" zuerkannt.
docomomo austria lädt zur Pressekonferenz
Gesprächspartner sind:
Wilfrid Lipp, Präsident ICOMOS Österreich
Georg Spiegelfeld, denkmalaffiner Benutzer des Parlaments
Jan Tabor, Architekturtheoretiker
Ute Georgeacopol, Technikhistorikerin
Norbert Mayr, Präsident docomomo austria
Datum: 9.2.2012, um 10:30 Uhr
Ort: Café Landtmann (Löwel Zimmer)
Doktor-Karl-Lueger-Ring 4, 1010 Wien














