- 06.02.2012, 10:00:42
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AK Studie private Rentenversicherung: Renten können unterm Strich mickrig ausfallen! 1
Wien (OTS) - Die Renditen für eine private Rentenversicherung sind
karg oder können sogar zum Minus-Geschäft werden. Der Grund: Der
Garantiezinssatz liegt "nur mehr" bei zwei Prozent und wird meist von
den Kosten aufgefressen. In den Angeboten finden VerbraucherInnen
zwei wichtige Daten: Die vertraglich garantierte Rentenzahlung
(Garantierenten) und die prognostizierte Rente inklusive
Gewinnbeteiligung. Sie fällt zwar höher aus als die Garantierente,
ist aber unverbindlich. Überdies waren die Beratungsgespräche
mangelhaft. Das zeigt eine AK Studie, bei der zwei Modelle bei sieben
privaten Rentenversicherern unter die Lupe genommen wurden.
Die AK hat die Angebote von sieben privaten Rentenversicherungen
getestet, die eine Sonderform der Lebensversicherung darstellen. Bei
diesen Tarifen erfolgt die Leistung der Versicherung in Form einer
monatlichen Rentenzahlung. Es gab zwei Modellannah-men: Eine Frau
(Jahrgang 1981) und ein Mann (Jahrgang 1976) zahlen 30 Jahre lang
eine monatliche Prämie von 100 Euro ein. Beide erhalten danach eine
lebenslange Rente vom Versicherer. Angenommen wurde eine statistische
Lebenserwartung von 84 Jahren für die Frau und 79 Jahren für den
Mann.
Die AK Studie zeigt: Die Renditen, also die Effektivverzinsung,
der getesteten Produkte sind äußerst bescheiden. Die 30-jährige Frau
erhält eine garantierte Rendite (ohne Gewinnbeteiligung) von 0,1 bis
0,3 Prozent je nach Versicherer. Der 35-Jährige steigt sogar mit
einem Minus aus. Die Rendite beträgt minus 1,2 bis minus 1,6 Prozent
- das heißt, die Rentenauszahlungen sind geringer als die Summe der
einbezahlten Prämien.
Die prognostizierten Renten inklusive Gewinnbeteiligung fallen
zwar höher aus als die Garantie-Renten, sind aber unverbindlich und
daher für einen Vergleich ungeeignet. "Ein maßgeblicher Grund für die
mickrigen Renditen sind auch die Kosten, die auf die Erträge
drücken", sagt AK Konsumentenschützer Christian Prantner. "Es gibt
zwar einen Garan-tiezinssatz von zwei Prozent auf den Sparanteil.
Aber er wird von den Kosten zur Gänze geschluckt." Ein Beispiel zur
Illustration: Von der 100 Euro Prämie pro Monat sind vier Prozent
Versicherungssteuer abzuziehen, ein Unterjährigkeitszuschlag (vier
Prozent), die Stückkosten (vier Prozent), einmalige Abschlusskosten
(14,1 Prozent) und laufende Ab-schlusskosten (2,12 Prozent) sowie
Verwaltungskosten (1,21 Prozent). Das bedeutet, dass in den ersten
fünf Jahren nur 70,27 Euro verzinslich (Sparanteil) angelegt werden.
"Ob Konsumenten eine lebenslange Rente, eine Rente mit
Witwenübergang, eine ver-kürzte Rentenzahlungsdauer, eine
Rentengarantiezeit oder eine Rente mit Kapital-Rückgewähr wählen,
hängt von ihrer persönlichen Einschätzung und der Lebenslage ab",
sagt Prantner. "Die Auswahl des optimalen Produkts ist nicht einfach
und bedarf einer guten Beratung vor Abschluss, aber auch während der
Laufzeit."
Die AK Studie deckt auch Schwächen bei den Beratungsgesprächen
auf. Es wurden generell keine präzisen Bedarfserhebungen
durchgeführt. Die BeraterInnen haben nur einmal von sich aus gefragt,
ob es bereits Lebensversicherungs- oder Vorsorgeprodukte gibt. "Die
Angebote sind nach wie vor nicht transparent", kritisiert Prantner.
"Vor allem die Kosten bei Vertragsabschluss sind nicht verständlich
dargestellt. Marketing-Begriffe dominieren, während klare
Erfolgskennzahlen, etwa die Rendite, fehlen." (Forts.)
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Doris Strecker
Tel.: (+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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