Neues Volksblatt: "Ausgleichstaxe" von Michael KALTENBERGER
Ausgabe vom 4. Februar 2012
Linz (OTS) - Aus den Baby-Boomern der Fünfziger- und
Sechzigerjahre werden jetzt die Pensionisten-Boomer. Zu früh, denn
das durchschnittliche Pensionsantrittsalter liegt derzeit bei gut 58
Jahren; und in ein paar "geschützten Werkstätten" noch weit darunter.
Dass das - in Verbindung mit der steigenden Lebenserwartung - kein
Pensionssystem aushält, liegt auf der Hand. Irgendwann werden die
Jungen rebellieren und ihre Zahlungen einstellen.
Wenn es gelänge, der Frühpensionitis den Garaus zu machen und das
faktische Pensionsantrittsalter anzuheben, wäre schon viel erreicht.
Manche meinen, das werde sich ohnehin von selber regeln, weil die
Wirtschaft mangels Jungen die Älteren brauchen wird. Das wird auch so
kommen - doch noch ist es nicht soweit, noch wird in vielen Betrieben
überlegt, wie man die Alten los wird und nicht, wie man sie halten
kann.
Deshalb will der ÖAAB, dass Dienstnehmer, die zu wenig
Über-60-Jährige im Betrieb haben, analog zum
Behinderteneinstellungsgesetz eine Ausgleichstaxe zahlen. Eine harte
Maßnahme; auch für die älteren Dienstnehmer, von denen viele keine
Freude haben werden, wenn Alter mit Behinderung gleichgestellt wird.
Bei etwas gutem Willen müsste das Problem auch anders zu lösen sein!
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