OTS0093   3. Feb. 2012, 11:08

Grünewald: Töchterle kann Probleme der Medizinischen Universitäten nicht weiter ignorieren

Grüne fordern bundeseinheitliche Lösung


"Die Gründung eigener Medizinischer Universitäten und
ihre Ausgliederung aus den Stammuniversitäten erzwang den Aufbau
eigener Binnenstrukturen in der Verwaltung. Die Investitionen in
Personal und Räumlichkeiten verursachten beträchtliche Mehrkosten,
die vom Bund nur unzureichend ausgeglichen wurden", erläutert der
Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, die derzeitige
Problematik.

"Gleichzeitig finanziert das Wissenschaftsministerium die den Ländern
überantwortete Verpflichtung der Krankenversorgung in Wien mit 100
Prozent des ärztlichen Personals und der Journaldienste, in Graz zu
50 Prozent und in Innsbruck zu 46 Prozent. Auch bei Bau- und
Sanierungskosten ist der Bund mit bis zu 50 Prozent der Kosten
beteiligt, ähnliches gilt für die apparative Ausstattung. Die
weitestgehende Inanspruchnahme von UniversitätsärztInnen für die
Belange der Krankenversorgung erlaubt kaum mehr die Erfüllung der
Dienstpflichten in Forschung und Lehre und stellt den
wissenschaftlichen Nachwuchs vor massive Probleme. Lokale
Sparmaßnahmen erhöhen die Arbeitsbelastung nochmals und Verletzungen
des Arbeitszeitgesetzes sind an der Tagesordnung", warnt Grünewald.
"Der Vorschlag, budgetäre Umschichtungen würden die Aufrechterhaltung
des Routinebetriebes ermöglichen sind naiv, da hier nur 'Löcher'
gestopft werden indem wieder andere aufgerissen werden. Gute
Berufungen auf Professuren scheitern am Geld und unzureichend guten
Arbeitsbedingungen."

"Dem Ministerium sind diese, seit Jahren existierenden, Probleme
bekannt. Angemessene Reaktionen fehlen. Obwohl nahezu ein Drittel des
Budgets aller 21 Universitäten von den Medizinischen Universitäten
okkupiert wird fehlen im Ministerium entsprechende Strukturen um
dieser krisenhaften Entwicklung zu begegnen. Somit sind die
Medizinischen Universitäten in den Verhandlungen mit den Ländern
weitgehend ohne entsprechende Unterstützung durch den Bund in einer
schlechten, ja unterlegenen Position", analysiert Grünewald die
derzeitige Lage.

"Wenn man den Eindruck, ja die Überzeugung gewinnt, dass man im
Ministerium nicht verstanden wird und dort auch kein Verständnis für
die realen Arbeitsbedingungen an den Kliniken vorhanden ist, kann ich
verstehen, dass man, wie nun in Innsbruck, zu drastischeren Mitteln
greift, wenn alles andere nichts nützt. Vertröstungen und
Banalisierung der Situation an Universitätskliniken müssen ein Ende
haben und Minister Töchterle sollte sich vor Ort bei den Betroffenen
der Realität stellen", fordert Grünewald.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0093 2012-02-03 11:08 031108 Feb 12 FMB0002 0345



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