OTS0078   3. Feb. 2012, 10:42

Lebensministerium: Auszeichnung für öko-vorbildliche Sportveranstaltungen

Abfall, Mobilität, Energie, Wasser, Verpflegung und soziale Verantwortung als Hauptkriterien beim Wettbewerb "Sportlich zur Nachhaltigkeit"


Wien. Sportveranstaltungen lassen sich ohne
weiteres umweltfreundlich und nachhaltig organisieren. Das zeigen die
fünf Siegerprojekte des Wettbewerbs "Sportlich zur Nachhaltigkeit".
Prämiert wurden: der Salzburg-Marathon, das Damen-Tennisturnier in
Bad Gastein (Salzburg) und der Meidlinger Bezirkslauf (Wien), der
Lipizzanerheimat-Lauf in Piber (Steiermark) und der Tiroler
Frauenlauf in Innsbruck.

"Green Events schaffen mehr Bewusstheit für Klimaschutz,
Energieeffizienz, umweltschonende Mobilität und
verantwortungsbewusste Ernährung. Wir holen Vereine und
Sportorganisationen vor den Vorhang, die Klimaschutz und
Nachhaltigkeit konkret umsetzen. Sie sind wichtige Multiplikatoren
für die Notwendigkeit diese Herausforderungen anzugehen und zeigen in
der Praxis vor, wie große Veranstaltungen an Qualität gewinnen und
zum Klimaschutz beitragen können", so Umweltminister Niki Berlakovich
anlässlich der Auszeichnung.

Österreichische "green events" als Vorbilder für Olympia

"Olympische Spiele und teilnehmerstarke Weltmeisterschaften können
genauso umweltfreundlich ausgerichtet werden, wie es diese
österreichischen 'green events', aber auch die Olympischen
Jugendwinterspiele in Innsbruck in den letzten Tagen gezeigt haben.
Sie demonstrieren die Zusammenführung von Sport, Klimaschutz und
Nachhaltigkeit in vorbildlicher Weise", betonte Berlakovich. Der
Wettbewerb "Sportlich zur Nachhaltigkeit" wird daher 2012 erneut
ausgeschrieben werden.

Umfassende Orientierung an Nachhaltigkeitskriterien

Ausschlaggebend für die Bewertung war die Berücksichtigung
ökologischer Kriterien bei der Abwicklung der Veranstaltung: die
Vermeidung und Trennung von Abfall, die Verpflegung mit regionalen,
saisonalen, biologischen oder fair gehandelten Lebensmitteln, die An-
und Abreise mit klimafreundlichen Verkehrsmitteln, der schonende
Umgang mit Energie und Wasser sowie Aspekte der sozialen
Verantwortung.

Neben den fünf Siegerprojekten, die insgesamt 7.000 Euro Preisgeld
bekamen, wurden bei der Preisverleihung in Wien 15 weitere nominierte
Veranstaltungen mit einer Urkunde für ihre Vorbildwirkung
ausgezeichnet.

Qual der Wahl: 50 eingereichte Projekte

50 Sportveranstaltungen, die während des Jahres 2011 in allen neun
Bundesländern stattfanden, hatte die Jury beim ersten Wettbewerb für
nachhaltige Sportveranstaltungen zu beurteilen. Einreichen konnten
Vereine, Sportverbände und Gemeinden sowie Agenturen und Betreiber
von Sportstätten oder Trainingseinrichtungen, sofern sie
Veranstaltungen ausrichten. Alle Beiträge werden auf der
Wettbewerbs-Website wettbewerb.greeneventsaustria.at veröffentlicht
und damit den Vereinen, Gemeinden und Veranstaltern zur Nachahmung
empfohlen.

Sport und Umwelt als gemeinsames Team

Die Österreichische Bundes-Sportorganisation ist Partner des
Wettbewerbs. Sie will damit ihr Verantwortungsbewusstsein in einem
wichtigen Bereich zeigen und ihren Ansatz zur Bewusstseinsbildung für
das Thema Sport und Ökologie ausweiten. Den Grundstein dazu hatte der
mit dem Österreichischen Institut für Schul- und Sportstättenbau
durchgeführte Kongress "Sport und Gemeinde im Dialog" im April 2011
gelegt. Lobbying für das Thema Ökologie im eigenen Einflussbereich
war dort das zentrale Anliegen.

Weitere Partner des Wettbewerbs sind der Biobauernverband Bio
Austria sowie die Unternehmen Cupconcept und EZA - Fairer Handel
GmbH. Die Organisation und Abwicklung erfolgt über das
Österreichische Ökologie-Institut.

Großveranstaltungen umweltfreundlich organisieren>

Träger des Wettbewerbs "Sportlich zur Nachhaltigkeit" ist das
Netzwerk "Green Events Austria", das vom Umweltministerium, den
Bundesländern sowie den Umwelt- und Abfallverbänden der Gemeinden
getragen wird. Sein Ziel ist es, Anreize zur möglichst
umweltschonenden Abwicklung von Kongressen, Sport- oder
Kulturveranstaltungen zu geben.

Weitere Informationen im Internet:

wettbewerb.greeneventsaustria.at
www.bso.or.at

Fotos zur Veranstaltung finden im Fotoservice unter:
http://www.lebensministerium.at/fotoservice

Kontakt:

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und
Wasserwirtschaft
Mag. Claudia Jung-Leithner
Pressesprecherin von Bundesminister Nikolaus Berlakovich
Telefon: 01 / 71100 - 6963
E-Mail: claudia.jung-leithner@lebensministerium.at

Österreichisches Ökologie-Institut
Geschäftsstelle Salzburg
Dipl.-Ing. Manfred Koblmüller
Schwarzstraße 46, 5020 Salzburg
Telefon: 0699 1 523 61 02
E-Mail: koblmueller@ecology.at

Siegerprojekte 2011

Salzburg-Marathon

Ort: Stadt Salzburg
Teilnehmer: ca. 5.800 Läufer/innen
Veranstalter: SportImPuls
Website: www.salzburg-marathon.at

Beim Salzburg-Marathon handelt es sich um die erste
biozertifizierte Sportveranstaltung in Österreich.
Darüber hinaus wurde auch auf Regionalität bei Produkten und
Dienstleistungen geachtet.

Gemeinsam mit der Stadt wurde ein Abfallkonzept erarbeitet, das
auf die Besonderheiten von Laufgroßveranstaltungen abgestimmt ist.
Nach dem Motto "Der beste Abfall ist jener, der nicht entsteht"
wurden Zulieferer und Lieferanten gebeten, auf unnötige Verpackungen
zu verzichten.

Läufer/innen und Publikum wurden auf der Website über eine
klimaschonende Anreise informiert. Zusätzlich wurde auf der Website
ein CO2-Rechner angeboten.

Als Streckenfahrzeuge dienten emissionsarme Fahrzeuge und
Elektrofahrzeuge.

Die Läufer/innen konnten zusätzlich einen Geldbetrag spenden,
indem sie über einen "Spendenteppich" liefen. (Unter dem Teppich
befand sich eine Registrierungsmappe von Pentek Timing, die die
Chipnummer jener registriert, die über den Teppich laufen.)

Give-Aways und Merchandising-Produkte wurden nach ökologischen,
sozialen und Fair-Trade-Kriterien ausgewählt. Auch für das T-Shirt
der Teilnehmer/innen garantiert der Hersteller faire
Arbeitsbedingungen und keine Kinderarbeit.

In einer eigenen Ethikcharta bekannte sich der Veranstalter zur
sozialen Verantwortung sowie zu einem sorgsamen und
verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Damen-Tennisturnier Bad Gastein

Name: Nürnberger Gastein Ladies
Ort: Bad Gastein (Salzburg)
Teilnehmer: 90 Sportlerinnen
Veranstalter: Matchmaker
Website: www.gastein-ladies.at

Ein Schwerpunkt war die umweltfreundliche Mobilität: Bei Vorlage
des ÖBB-Tickets erhielten die Gäste ein Green Ticket mit 20 %
Ermäßigung an der Tageskassa.

Gäste mit einer Gastein-Card konnten zum Preis von einem Euro im
gesamten Gasteinertal mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.

Zusätzlich wurden während des Turniers Übersichtspläne über die
Bus-Shuttlezeiten ausgehängt.
Um unnötige Transportwege zu vermeiden, kam es zur Minimierung der
Wege. Zudem wurden Elektro-Fahrzeuge als Shuttle angeboten.

Die Verpflegung der Teilnehmerinnen erfolgte gemeinsam mit Bio
Austria auf Biobasis. Auch wurden regionale Anbieter in die
Versorgung einbezogen.

Gemeinsam mit dem Partner DM konnte man ein Stück Natur
"freikaufen". Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit, eine bestimmte
Fläche Naturraum für Österreich zu "erwerben".

Auch zur Abfallvermeidung wurden Maßnahmen gesetzt: der Einsatz
von wiederverwendbaren Werbemitteln und Dekorationen, von
Mehrweggeschirr sowie der Hinweis an die Sponsoren, das Verteilen von
Werbemitteln zu verringern.

Um Kindern die Teilnahme zu erleichtern, wurden ein Kids Day
organisiert und Schulkooperationen angeboten.

5. Meidlinger Bezirkslauf

Ort: Wien
Teilnehmer: ca. 130 Läufer/innen
Veranstalter: Gebietsbetreuung Stadterneuerung im 12. Bezirk
Website: www.wienerlaufcup.at/index.php?article_id=73

Getreu dem Motto "Mehrweg ist Mehr wert" wurde auf Mehrweggeschirr
und Mehrwegbecher gesetzt sowie ein Pfandsystem eingeführt.

Um unnötigen Papierverbrauch zu vermeiden, wurde der Lauf
überwiegend über Website, Newsletter und E-Mails beworben.

Für die Verpflegung konnte ein Bio-Supermarkt gewonnen werden.
Zudem wurden regionale Produkte von regionalen Unternehmen angeboten.

Den Läufer/innen wurde ein ökologisches Starterpackage zur
Verfügung gestellt, um Abfall zu vermeiden.

Anstelle von Einweg-Startnummern kamen Mehrweg-Startnummern zum
Einsatz.

Tiroler Frauenlauf

Ort: Innsbruck
Teilnehmer: ca. 1.000 Läuferinnen
Veranstalter: Laufwerkstatt
Website: www.tiroler-frauenlauf.at

Unter dem Motto "Laufen gegen Brustkrebs" unterstützte der Lauf
die Tiroler Krebshilfe und will auf das Thema Krebsvorsorge
aufmerksam machen.

Der Veranstalter hat bereits bei der Auswahl des
Veranstaltungsortes auf Nachhaltigkeit gesetzt und die
EMAS-zertifizierte Olympiaworld gewählt. Durch das dortige
Umweltmanagementsystem sollen bei Klein- und Großveranstaltungen
unnötige Umweltbelastungen vermieden, die Ressourceneffizienz erhöht
und der Umweltschutz groß geschrieben werden.

Um Abfall zu vermeiden, wurde verstärkt auf die Verwendung von
Mehrweggeschirr und Großgebinden geachtet. Getränkedosen waren nicht
erlaubt.

Für die Reinigung wurden ökologische Reinigungsmittel verwendet.

Bei der Verpflegung spielten qualitativ hochwertige Lebensmittel
wie Bioprodukte, regionale Produkte und Fair-Trade-Produkte eine
Rolle.

Teilnehmerinnen und Publikum wurden verstärkt auf die Nutzung des
öffentlichen Verkehrs hingewiesen. Zudem wurde mit den ÖBB und den
Postbussen eine Gratisretourfahrt ausverhandelt.

Eine Tombola unterstützte mit dem Erlös aus dem Loskauf die
Pink-Ribbon-Gala des Casinos Innsbruck.

Lipizzanerheimatlauf

Ort: Piber (Steiermark)
Teilnehmer: ca. 2.000 Läufer/innen
Veranstalter: LC Kohlenhunt
Website: www.lipizzanerheimatlauf.at

Nach dem Motto "Ein Mehrwegbecher lernt laufen" kamen erstmalig
bei einer Laufveranstaltung in Österreich am gesamten
Veranstaltungsareal und bei allen fünf Labestationen ausschließlich
Mehrwegbecher zum Einsatz.

Der Veranstalter arbeitet nach den Kriterien von "Gscheit feiern"
und hat sich verpflichtet, Mehrweggeschirr und Mehrweggebinde
einzusetzen. Ebenso wurde auf Getränkedosen verzichtet.

Um Papier einzusparen, ersetzte man die 16-seitige
A5-Werbebroschüre durch eine Freecard im Postkartenformat.

Bei der Verpflegung wurde auf regionale Produkte geachtet. Aber
auch bei den Sachpreisen setzte man auf Regionalität.

Um eine sanfte Wettkampfbegleitung zu sichern, wurden
Elektrofahrzeuge als Streckenfahrzeuge eingesetzt.

Der Strombedarf wurde CO2-neutral durch zertifizierten Ökostrom
von Öko Styria gedeckt.

Besonders aufgefallen ist eine energieautonome Labestation, die
gemeinsam mit der Polytechnischen Schule Köflach umgesetzt wurde. Die
für die Ton- und Sprechanlage benötigte Energie wurde ausschließlich
mit Muskelkraft und Sonnenenergie erzeugt.

Wettbewerb "Sportlich zur Nachhaltigkeit"
Nachhaltigkeitskriterien für die Beurteilung der eingereichten
Projekte

Abfallvermeidung und Abfalltrennung

  • Mehrweggeschirr, Mehrwegbecher
  • Pfandsysteme
  • Abfallbehälter
  • Ausschank aus Großgebinden
  • Abfalltrennung
  • abfallarme Verpflegung
  • Verzicht auf Getränkedosen
  • Recyclingpapier

Verpflegung mit Lebensmitteln

  • Produkte aus der Region oder aus der bäuerlichen Direktvermarktung
  • Bioprodukte
  • fair gehandelte Produkte
  • Leitungswasser in Krügen anstelle von Mineralwasser
  • Aufstellen von Trinkbrunnen
  • vegetarische Gerichte im Speiseplan

Klimaschutz bei Anreise und Mobilität

- An- und Abreiseinformation speziell für öffentlichen Verkehr
- aktive Bewerbung der An- und Abreise mit öffentlichen
Verkehrsmitteln
- attraktive Sonderangebote (z.B. Kombiticket)
- ausreichend Abstellplätze für Fahrräder
- Shuttledienst mit Programmbezug
Einsatz verbrauchsarmer und umweltfreundlicher Fahrzeugeim eigenen
Fuhrpark

Energie und Wasser

  • Nutzung bestehender Gebäude, Parkplätze, Routen, Parcours
  • energieeffiziente Gebäudeinfrastruktur
  • Nutzung erneuerbarer Energie, wenn möglich von Ökostrom
  • energiesparende Flutlichtanlagen
  • Solaranlagen an Sportstätten, Vereinshäusern ...
  • Minimieren von Standby-Verlusten (z.B. schaltbare Steckerleisten)
  • wassersparende (Sanitär-)Einrichtungen und Geräte

Soziale Verantwortung

- Gruppen aus der Region sowie NGOs einbeziehen
- partnerschaftliches Verhältnis zwischen Veranstalter und
Beteiligten
- Gleichstellung zwischen Männern und Frauen, Jungen und Älteren in
der Organisation
- barrierefreier Zugang
- erhöhte Sicherheit
- Lärmvermeidung und Anrainerinformation über Verkehr und Lärm
- sozial und ökologisch verträgliche "Give-Aways" (Ökosiegel,
schadstofffreie Produkte)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0078 2012-02-03 10:42 031042 Feb 12 MLA0001 1483



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