• 02.02.2012, 17:36:06
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Karola Kraus: Das mumok trauert um Mike Kelley

Wien (OTS) - Mit Trauer und Betroffenheit reagiert mumok
Direktorin Karola Kraus auf die überraschende Nachricht von Mike
Kelleys Tod, der sich gestern Nacht in L.A. das Leben nahm. Der
amerikanische Künstler war ein Freund und Ideengeber des mumok.

Mike Kelley setzte in seinem multimedialen Werk Objekte und Motive
ein, die auf unmittelbare existenzielle Erfahrungen, Ängste und
Hoffnungen verweisen. Er führte das Schäbig und Verdrängte vor Augen,
das gewöhnlich nicht mit sanktionierten gesellschaftlichen und
kulturellen Wertvorstellungen in Verbindung gebracht wird. Seine
Herkunft aus der Arbeiterschicht, sein Engagement in der linken
Underground- und Punkkultur sowie sein unverkrampfter Umgang mit
unterschiedlichsten künstlerischen Medien verleihen seinen Arbeiten
eine Offenheit und Radikalität, die eine Poesie des Anarchischen und
Abgründigen vermitteln. Als Grenzgänger zwischen den Medien sowie
zwischen Hoch- und Subkultur brandmarkte Kelley die Vorstellung einer
sognannten "weißen Kultur" als homogener und elitärer Einheit.

So bezieht sich auch eines seiner Hauptwerke, das sich in der
Sammlung des mumok befindet (Lumpenprole,1991), auf das
Lumpenproletariat als Außenseitertum und als Metapher des
Ausgegrenzten und Verborgenen, das aber zugleich mit Subversion und
Kreativität in Verbindung gebracht wird. Für das mumok kuratierte
Mike Kelley im Sommer 2004 auch die Ausstellung The Uncanny, die
sich in Anlehnung an Freuds Begriff des Unheimlichen der
Grenzüberschreitung und Interferenz von künstlerischen und
psychologischen Phänomenen widmete. Kelley zeigte damals nicht nur
eine Auswahl hintergründig obsessiver Arbeiten von Künstlerkollegen,
sondern er verknüpfte diese mit Exponaten aus wissenschaftlichen
Sammlungen und stellte zugleich auch seine eigene Sammelleidenschaft
zur Schau. Mit dieser Überschreitung gängiger kuratorischer Routine
eröffnete er auch als Ausstellungsmacher neue Perspektiven.
"Mit Mike Kelley verliert die Kunstwelt einer ihrer innovativsten und
radikalen Köpfe und das mumok trauert um einen seiner Freunde,
Stützen und Ideengeber." so Karola Kraus.

Rückfragehinweis:
MUMOK Presse
Eva Engelberger, Barbara Hammerschmied
Tel.: +43 (1) 52500-1400
[email protected]

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