OTS0166   2. Feb. 2012, 13:07

Grünewald: Einsparungen bei Therapien für psychisch Kranke ist ein Skandal

Grüne: Studien beweisen mehrfach die Unterversorgung psychisch Kranker


"Wenn die Kassen den Auftrag haben, PatientInnen
Therapien nach neuestem Erkenntnisstand ausreichend und angemessen
anzubieten, dann muss das auch für psychisch Kranke gelten", fordert
der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald. "Es wäre
undenkbar, dass Therapien bei Herzinfarkten, Schlaganfällen und
Beinbrüchen irgendwo in Österreich limitiert würden. Das von der
Bundesregierung auferlegte Sparprogramm nun auf Kosten einer
PatientInnengruppe durchzusetzen, ist ein ausgewachsener Skandal."

"Die Unterversorgung psychisch Kranker ist durch Studien des
Österreichischen Bundesinstitutes für Gesundheitswesen (ÖBIG)
mehrfach dokumentiert. Sogar der Hauptverband der
Sozialversicherungsträger hat auf dieses Problem und die steigende
Zahl psychischer Erkrankungen hingewiesen. Nun müssen Reaktionen
folgen", fordert Grünewald.

"Spät erkannte Störungen, verzögerte Diagnosen und überlange
Wartezeiten auf eine geeignete Therapie fördern Chronifizierungen,
Arbeitsausfälle durch lange Krankenstände und erhöhen die Zahl von
Invaliditätspensionen. All das zusammen kommt eklatant teurer als die
Finanzierung einer zeitgemäßen und ausreichenden Versorgung. Pro
Versichertem werden in Deutschland hier entschieden mehr Mittel
eingesetzt, während Österreich im Reich der Planungen und
Versprechungen verharrt", kritisiert Grünewald. "Diese hier zu Tage
tretende Zwei-Klassen-Medizin und Diskriminierung muss ein Ende
haben", fordert Grünewald und erwartet dazu ein eindeutiges
politisches Bekenntnis.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0166 2012-02-02 13:07 021307 Feb 12 FMB0006 0208



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