OTS0121   2. Feb. 2012, 11:53

Musiol fordert: Uni-Ausbildung und mehr Geld für KindergartenpädagogInnen

Grüne für Kindergärten in Bundeskompetenz


"Seit Jahren wissen wir, dass die Kindergärten kein
Personal finden. Dieses Problem ist allen politisch Verantwortlichen
längst bekannt. Trotzdem haben sie nicht gehandelt," kommentiert
Daniela Musiol, grüne Familiensprecherin einen entsprechenden Bericht
heute Morgen auf Ö3. Auch die Ursachen sind bekannt: schlechte
Bezahlung, frühe Berufsentscheidung (mit 14 Jahren), schlechte
Arbeitsbedingungen (große Gruppen, zu hoher Betreuungsschlüssel - auf
ein/e PädagogIn kommen bis zu 25 Kinder).
"Deshalb überrascht es mich nicht, dass nur wenige nach der
Ausbildung tatsächlich den Beruf ergreifen bzw. im Beruf bleiben.
Auch an männlichen Pädagogen herrscht ein eklatanter Mangel," sagt
Musiol.

Ab welchem Alter Kindern ein Betreuungsplatz zur Verfügung steht, wie
viel die Betreuung kostet, nach welchem Betreuungsschlüssel betreut
wird, welche Qualifikationen das Personal zu erfüllen hat und wie
viel Platz ein Kind zum Spielen hat, regelt jedes Land für sich. Von
Gemeinde zu Gemeinde gibt es Unterschiede. "Es braucht aber dringend
- von Kindergarten bis zur Hochschule - österreichweite
Rahmenbedingungen zu Gruppengröße, Bezahlung, Öffnungszeiten sowie
Vorgaben für eine gemeinsame Ausbildung aller PädagogInnen auf
akademischem Niveau. Alle Bildungseinrichtungen müssen unter ein
Dach," betont Musiol.

Die Grünen kämpfen schon lange für bessere Bedingungen. Eine
Zersplitterung auf mehrere Ebenen (Bund-Bundesschulen, Länder-Volks-
und Hauptschulen, Gemeinden-Kindergärten) führt auch dazu, dass
KindergartenpädagogInnen keine starke gewerkschaftliche Vertretung
haben. "Klare, einheitliche Strukturen würden hier jedenfalls Abhilfe
schaffen und den Berufszweig attraktiver machen", sagt Musiol und
ergänzt: "Die Regierung muss diese Probleme endlich ernst nehmen.
Seit Jahren steht das Thema auf der Tagesordnung. Es gibt aber noch
immer keinen Gesamtplan, der diese Situation für alle Beteiligten
zufriedenstellend lösen würde," sagt Musiol.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0121 2012-02-02 11:53 021153 Feb 12 FMB0003 0279



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