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OTS0043   2. Feb. 2012, 09:33

ÖAMTC: Kältewelle lässt Stresspegel der Verkehrsteilnehmer steigen (Teil 2)

Extreme Wetterbedingungen führen zu Stimmungstief und erhöhen Aggressionspotenzial


Das eisige Winterwetter macht derzeit vielen
Österreichern zu schaffen. Auch im Straßenverkehr führt die
sibirische Kälte zu Beeinträchtigungen. Aufgrund winterlicher
Wetterverhältnisse kann es zu einer stark eingeschränkten Sicht
kommen. Eisiger Wind verschärft für Fußgänger und Radler das
Vorankommen. Zusätzlich setzen glatte Straßen sowie Schneefahrbahnen
den Autofahrern zu. "Die Kombination dieser Faktoren stellte eine
große Herausforderung für alle Verkehrsteilnehmer dar", weiß die
ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Zu den ohnehin gefährlichen Ausgangsbedingungen gesellen sich die
psychologischen Auswirkungen der Kältewelle. "Das eisige Wetter trübt
die Stimmung vieler Verkehrsteilnehmer", erklärt die Clubexpertin.
Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel müssen aufgrund der
Wetterbedingungen Verspätungen oder Ausfälle in Kauf nehmen. "Längere
Wartezeiten steigern die Ungeduld und das Aggressionspotenzial. Der
Stresspegel wird deutlich erhöht", erklärt Seidenberger. Auch
Autofahrern macht die extreme Kälte zu schaffen. Ehe man sich in das
eiskalte Auto setzen kann, stehen zunächst Eiskratzen und
Schneeschaufeln an. "Diese Tätigkeiten werden als lästig und
zeitraubend empfunden. Solch ein Start in den Tag führt bei vielen
Personen zu schlechter Laune", erklärt die ÖAMTC-Expertin.

Viele Personen neigen prinzipiell zu Winterdepression. Den
Betroffenen machen die kurzen, dunklen Tage und der Mangel an Licht
zu schaffen. Müdigkeit, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit
sind die Folgen. Gepaart mit der derzeitigen extremen Kälte kann sich
diese Neigung noch stärker auswirken. "Die negative Stimmung kann die
Konzentration schwächen, die Reaktionszeit verlängern und die
Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr ablenken", warnt die
ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

Die Clubexpertin rät, sich ausreichend gegen die Kälte und ein
drohendes Stimmungstief zu wappnen. Anfahrtszeiten sollten großzügig
geplant werden, um durch eventuelle Staus nicht in Stress zu geraten.
"Regelmäßige Fahrpausen helfen, die Konzentration zu bewahren", weiß
die ÖAMTC-Expertin.

Außerdem sollte man beachten: Dicke Winterjacken verhindern das
richtige Funktionieren des Sicherheitsgurts, weil dieser nicht straff
genug am Körper anliegt. Da man bei sibirischer Kälte jedoch schlecht
auf eine warme Jacke verzichten kann, lautet der Tipp der
ÖAMTC-Expertin: "Die Jacke ein Stück hochziehen und den Gurt direkt
am Bauch anlegen."

(Forts.)

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